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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

81. Kaspar Karl van Beethoven an Breitkopf & Härtel in Leipzig

[Wien, 28. März 1802]

Hochwohlgebohrne!

Sie haben unß neulich mit einem schreiben beehrt, und den Wunsch geäusert etwas von meines Bruders Komposition zu haben,1 aber damals war es uns nicht möglich Ihren Wunsch zu erfüllen, denn, wir hatten nichts fertig. Jetz aber ist es uns ein Vergnügen wenn wir Ihnen mit einem neuen grosen Quintet für 2 Violini , 2 Viole, et Violoncello dienen können,2 welches wir aber nicht anders als 38 Ducaten Wienerwähring [sic] geben können.
ferner werden wir in 3 bis 4 Wochen eine grose Simpfonie3 , und ein Konzert für das Klavier4 haben. Uiber diese beyden letztern Stücke bitte ich, mir <gelent> gelegentlich Ihre Meinung, aber uiber das erstere bitte ich Sie etwas zu eilen, indem wir es gern bald in Druck sehn möchten, Weil es eins von meines Bruders vorzügligsten Werke[n] ist.<, ...>5
Uibrigens müßen Sie meinem Bruder nicht üebel nehmen, das er nicht selbst an Ihnen geschrieben, indem ich alle seine Geschäften besorge.

ihr unterthänigster
Karl v. Beethoven
k.k. Kassebeamter
Wien am 28 März 1802

Unter beyliegender Adresse bitte ich künftig Ihre Briefe zu schicken.

A Charles v Beethoven
k.k. Kassebeamter
abzugeben am Universitätsplatz im k.k. Banco hauß Nro 796 beym Portier in Wien.



1 Vermutlich ist Brief 72 vom 27.11.1801 oder jener noch länger zurückliegende gemeint, der zu Eingang von Brief 59 erwähnt wird; beide Schreiben sind nicht überliefert. Mitte März 1802 hatte Gottfried Christoph Härtel seinen Wiener Korrespondenten Georg August Griesinger gebeten, mit Beethoven in Kontakt zu treten und ihm einen Auftrag zu übermitteln, s. Griesingers Brief an Härtel vom 20.3.1802, Griesinger S. 155. Möglicherweise ist das vorliegende Schreiben durch den Besuch Griesingers veranlaßt worden. Dieser berichtet am 3. April nach Leipzig: " Beethovens Bruder wird Ihnen geschrieben haben; dem Compositeur Beethoven ist Briefschreiben und Rechnen etwas odioses. Er wünscht der hiesigen Verleger los zu seyn; mehr als 31 Ducaten ist ihm bis jetzt für keine Claviersonate bezahlt worden, und doch sollen seine Claviersonaten besser als die Haydnschen seyn. Sein Bruder, der das Rechnungswesen besorgt erlaubt ihm nicht einen Akkord auf mehrere Jahre zu treffen, weil seine Arbeiten mit jedem Jahre besser bezahlt worden sind" ; a.a.O., S. 158.

2 Op. 29.

3 Op. 36.

4 Op. 37.

5 Es folgt ein doppelt gestrichenes und überschriebenes Wort, das nicht zu entziffern ist. Das Quintett op. 29 hatte Beethoven gegen ein Honorar, dessen Höhe unbekannt ist, dem Grafen Moritz von Fries (1777 – 1826) etwa im Oktober 1801 für ein halbes Jahr zum ausschließlichen Gebrauch überlassen. Die Frist war offenbar jetzt abgelaufen, so daß Beethoven über das Werk verfügen konnte.


© 1998 G. Henle Verlag, München