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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

98. Beethoven an Hoffmeister & Kühnel in Leipzig

[Heiligenstadt,] am 14ten Juli – 1802 –

Der Kaufmann1 , für den sie ihr Blut so großmüthig versprizt haben, hat sich nicht sehen laßen, es thut mir leyd, sonst hätte ich eben auch etwas von meinem eignen Blute dran gegeben, um das ihrige zu versöhnen – das 7tet in zwei Theilen,2 das gefällt mir nicht, warum? – und Wie? – für dieKayserin ein E. [xemplar] – auf feinerm Papier,3 es schikte sich, doch geht's auch so. – Neues habe ich manches, sagt nur, was ihr wollt –
Was gibt's sonst neues in eurem gelehrten Leipzig? – ich bin auf'm Land,4 und lebe ein wenig faul, um aber hernach wieder desto – thäthiger zu leben –

wi[e] immer Eur wahrer Freund
Beethowen
Pour Monsieur hofmeister et Kühnel



1 Möglicherweise ein Leipziger Geschäftsfreund Hoffmeisters, der Beethoven empfohlen worden war; nicht identifiziert.

2 Die bei Hoffmeister und Kühnel erschienene Originalausgabe von op. 20 faßt die Sätze 1 – 3 sowie 4 – 6 zu je einer "Partie" zusammen. Hoffmeister hatte Beethoven am 30. Juni fünf Freiexemplare geschickt, s. Brief 95 . Die Idee, das Septett in zwei Teilen zu veröffentlichen, war schon ein Jahr zuvor besprochen worden. Am 22.7.1801 teilte Hoffmeister seinem Kompagnon Kühnel mit: " H.[err] v Beethoven wird mir zum Septetto, d[as] ich auch hier [d.h. in Wien] stechen lasse, noch 1 oder 2 Stüke neu verfertigen, um es sodan in 2 Theile zu theilen, und kaufrechter zu machen" (Leipzig, Sächsisches Staatsarchiv, Musikverlag C.F. Peters, Nr. 1404 fol. 57r).

3 Maria Theresia; ihr ist das Septett gewidmet. Der Verlag hatte angeboten, ein Exemplar für sie auf feinerem Papier zu drucken, s. Brief 95 .

4 Beethoven verbrachte den Sommer 1802 in Heiligenstadt.


© 1998 G. Henle Verlag, München