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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

194. Kaspar Karl van Beethoven an Breitkopf & Härtel in Leipzig

Wien am 10t 8 ber [= Oktober] 1804

Hrn Härtel in Leipzig.

Hochwohlgebohrner Herr!
Geschäften welche ich im Reich hatte, und dorten 3 Monate beschäftigten, hinderten mich an Ihnen zu schreiben. Aus Ihrem letzten Briefe an meinen Bruder,1 sehe ich daß Ihnen das Orato. [rium]2 unter der gemachten Bedingung nicht annehmlich scheint; Ich werde indessen Ihren Vorschlag in Betreff des Orat. überlegen.3
Was die übrige 5 Stücke betrifft, nemlich die Simfonie4 , Concertant5 und die 3 Sonaten6 , (wovon aber vermög ihrer einrichtung jede allein Erscheinen muß,) so glaube ich das 1100 f nicht zu theuer wäre.7
Doch müsten wir bestimmt wissen wenn sie erscheinen könnten; dieses ist mit eine Bedingung; denn, ich kann Sie versichern, und überzeugen daß mein Bruder viel mehr für ehnliche Kompositionen bekömmt. Es sind auch noch viele unter der Presse, welche unter so vielerley Vorwand noch nicht erschienen sind, daß mein Bruder entschlossen ist lieber etwas zu verliehren als des Vergnügens beraubt zu seyn, seine Kompositionen so lange nicht zu sehn. Denn könnten Sie mir auch Ihre Meinung wegen Quartetten für Violin sagen, und wie hoch sie wohl 2 oder 3 annehmen können. Ich kann Ihnen diese zwar nicht gleich geben8 aber ich würde selbe für Sie bestimmen.

ihr ergebenster
K. v Beethoven
de Vienne
A Monsieur Monsieur Heertel a Leipsic überPrag



1 Brief 189 vom 30.8.1804.

2 Op. 85.

3 Der Verlag wollte statt eines Honorars Freiexemplare schicken, die Beethoven in Wien hätte verkaufen können.

4 Op. 55.

5 Op. 56.

6 Op. 53, op. 54 und, obwohl nicht vollendet, op. 57.

7 Beethoven hatte für die am 26.8.1804 (Brief 188) angebotenen Werke, also einschließlich op. 85, ein Honorar von 2000 Gulden verlangt.

8 Beethoven wandte sich der Komposition von Streichquartetten erst 1806 wieder zu (op. 59).


© 1998 G. Henle Verlag, München