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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

201. Beethoven an Gräfin Josephine Deym1

[Wien, möglicherweise November 1804]2

Ich wußte es gestern selbst nicht, daß ich im stande Wäre, ihre sehnsucht nach etwas Neuem zu Stillen; – die 2te Sonate in diesem ihnen hier zugeschikten Werk ist neu, noch hat sie Niemand hier, ich muß sie also wohl recht sehr bitten, sie auch Niemanden zu geben, indem sie sonst in die Hände eines hiesigen Verlegers kommen könnte, und dadurch dem Eigentlichen Verleger schaden geschehen könnte – an Gr. Franzen3 alles schöne – heute ist es mir ohnmöglich ihm zu schreiben – Morgen Gegen Abend werde ich wohl das vergnügen haben können, in ihrer und charlottes4 Gesellschaft seyn zu können – leben sie wohl liebe gute Gräfin

ihr ergebenster Beethowen
Pour Madame la Comtesse De<yh>m *.



1 Josephine Gräfin Deym von Stritetz geb. Brunsvik de Korompa (1779 – 1821), seit dem 29.6.1799 mit Joseph Graf Deym von Stritetz (1752 – 1804) verheiratet, seit dem 27.1.1804 verwitwet, seit 13.2.1810 in zweiter Ehe mit Christoph Freiherrn von Stackelberg (1777 – 1841) verheiratet.

2 Beethoven überschickte mit dem vorliegenden Brief ein Exemplar des elften Heftes von Hans Georg Nägelis Répertoire des Clavecinistes mit den Klaviersonaten op. 13 als Nachdruck und op. 31 Nr.3 als Erstausgabe. Nägeli hat zwar die Hefte 8 – 12 "dieses periodischen Werks" öffentlich für "bald nach der Ostermesse" angekündigt (Intelligenzblatt Nr. 24 vom 2.6.1804 zur Zeitung für die elegante Welt; die Anzeige ist mit Mai 1804 datiert), tatsächlich sind aber die Hefte 8 und 9 erst im August und die Hefte 9 – 12 erst im Herbst, und zwar wohl Anfang November 1804 erschienen, wie aus Nägelis Korrespondenz mit Johann Friedrich Rochlitz hervorgeht. Am 1.9.1804 schreibt er: "Vor einigen Tagen habe ich einer Sendung an H.[errn] Härtel den 8ten u. 9ten Heft des Repert. f. Sie beygeschloßen. [...] Von den weitern Fortsetzungen des Rép. wovon auf die Herbstmeße noch wenigstens 3 Hefte folgen, verspreche ich Ihnen ebenfalls viel Schönes." Der Termin ließ sich vermutlich nicht einhalten, denn erst am 3.11.1804 konnte Nägeli melden: "So eben gehen 3 neue Hefte des Repert. nach Leipzig ab." (Beide Briefe Winterthur, Stadtbibliothek, BRH MS 125/7) Beethoven hat offenbar einen der ersten Abzüge von Heft 11 vor der allgemeinen Auslieferung erhalten.

3 Franz Graf Brunsvik de Korompa (1777 – 1849), der Bruder Josephines.

4 Charlotte Brunsvik de Korompa (1782 – 1843), Schwester von Franz und Josephine. Sie heiratete im Frühjahr 1805 den Grafen Emerich Teleki (1771 – 1848) und zog mit ihm nach Siebenbürgen. Bis zu ihrer Verheiratung wohnte Charlotte im Hause Josephines in der Rothenturmstraße.


© 1998 G. Henle Verlag, München