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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

203. Beethoven an Gräfin Josephine Deym

[Wien, Anfang Dezember 1804]1

Mit Schuppanzig ist die Sache gemachtEr kömmt – und kömmt recht gerne, er wird ihnen deswegen selbst schreiben oder zu ihnen kommen – die Musick können sie alle 14 Täge geben, und den TagSchu ppanzigbestimmen Zmeskall hat mit S. [chuppanzigh] diese Sache ebenfalls auf seine Gute unbestimmte Art betrieben – sonst wär alles anders – Die Widersprüche in mir sind also aufgelöst – in Ansehung der Musick auf künftigen MitteWoch wünschte ich, daß sie entweder keine Musick oder noch mitschlesinger2 hielten, damit nicht der Haß dieser Menschen unverschuldet auf mich falle. – MeinBruder, Welcher bey der Banko Kasse angestellt ist,3 hat mich gestern ersucht, sie zu bitten, daß er ihnen seine Aufwartung machen dörfe, indem er sie um ihre Emphelung irgendwo ansprechen werde, Worinn die Sache besteht, weiß ich nicht, nur so viel seze ich hinzu, daß wenn sie vieleicht können meinemBruder in etwas helfen, ich ihn ihnen auch emphele, obschon böse Leute ausgestreut haben, daß er mit mir nicht aufrichtig umgehe, so kann ich sie Versichern, daß das alles nicht wahr ist, sondern daß er mit wahrer Rechtschaffenheit jederzeit für mich gesorgt, Etwas Rauhes war sonst in seinem Betragen, und das ist, was die Leute wider ihn eingenommen, doch hat er dieses seit einigen Reisen, die er in geschäften seines Amts machte, gänzlich verlohren; –
lassen sie mir liebe Gute J. also sagen, Wann er zu ihnen kommen soll –

ihr – ihr – ihr Beethowen

Pour Madame La Comtesse Deym Née Comtesse Brunswick



1 Beethovens Rat, "die Musick können sie alle 14 Täge geben" , scheint darauf hinzudeuten, daß der Brief zu Anfang der Wiederaufnahme der Deymschen Hauskonzerte geschrieben wurde. Diese fanden offenbar immer an einem Mittwoch statt. Am 19. Dezember 1804 berichtete Charlotte ihrer Schwester Therese: "Unsere kleinen Musiken haben endlich wieder angefangen. Letzten Mittwoch [= 12.12.1804] hatten wir die erste. Pepi spielte vortrefflich Klavier; ich selbst finde noch nicht den Mut dazu mich hören zu lassen" , s. La Mara, Beethoven und die Brunsviks , Leipzig 1920, S. 51, sowie J. Schmidt-Görg S. 10. Der vorliegende Brief datiert etwa aus dieser Zeit.

2 Wahrscheinlich zu identifizieren mit dem Violisten Martin Schlesinger (1751 – 1818 oder 1820). Schlesinger trat 1788 als Konzertmeister in den Dienst des Primas von Ungarn. Später diente er beim Fürsten Anton Grassalkovicz von Gyarak in Preßburg. Danach war er bis zu seinem Tode gräflich Erdödyscher Kammervirtuose, s. Constantin von Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich , Bd. 30, Wien 1875, S. 87f. sowie Gustav Schilling, Universal-Lexicon der Tonkunst , Stuttgart 1840, Bd. 6, S. 208. Offenbar sollte Schlesinger durch Schuppanzigh abgelöst werden.

3 Kaspar Karl van Beethoven.


© 1998 G. Henle Verlag, München