Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
203. Beethoven an Gräfin Josephine Deym
[Wien, Anfang Dezember 1804]1
1 Beethovens Rat, "die Musick können sie alle 14 Täge geben" , scheint darauf hinzudeuten, daß der Brief zu Anfang der Wiederaufnahme der Deymschen Hauskonzerte geschrieben wurde. Diese fanden offenbar immer an einem Mittwoch statt. Am 19. Dezember 1804 berichtete Charlotte ihrer Schwester Therese: "Unsere kleinen Musiken haben endlich wieder angefangen. Letzten Mittwoch [= 12.12.1804] hatten wir die erste. Pepi spielte vortrefflich Klavier; ich selbst finde noch nicht den Mut dazu mich hören zu lassen" , s. La Mara, Beethoven und die Brunsviks , Leipzig 1920, S. 51, sowie J. Schmidt-Görg S. 10. Der vorliegende Brief datiert etwa aus dieser Zeit.
2 Wahrscheinlich zu identifizieren mit dem Violisten Martin Schlesinger (1751 – 1818 oder 1820). Schlesinger trat 1788 als Konzertmeister in den Dienst des Primas von Ungarn. Später diente er beim Fürsten Anton Grassalkovicz von Gyarak in Preßburg. Danach war er bis zu seinem Tode gräflich Erdödyscher Kammervirtuose, s. Constantin von Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich , Bd. 30, Wien 1875, S. 87f. sowie Gustav Schilling, Universal-Lexicon der Tonkunst , Stuttgart 1840, Bd. 6, S. 208. Offenbar sollte Schlesinger durch Schuppanzigh abgelöst werden.
3 Kaspar Karl van Beethoven.