Ue
Beethoven-Haus Bonn Hilfe
schließen ×

Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

206. Beethoven an Willibrord Joseph Mähler1

[Wien, vermutlich 1804]2

Lieber Mähler!

Ich bitte sie recht sehr sobald als sie mein Portrait genug gebraucht haben, mir es alsdenn wieder zuzustellen – ist es, daß sie dessen noch bedürfen, so bitte ich sie wenigstens um Beschleunigung hierin – ich habe das Portrait einer fremden Dame3 , die dasselbe bey mir sah, versprochen, während ihres Aufenthaltes vor einige[n] Wochen hier, in ihr Zimmer zu geben – wer kann solchen Reizenden Anfoderungen widerstehen versteht sich daß ein Theil von allen den <schönen> <sachen>Gnaden die dadurch <mir dieses verschaft> auf mich herabfallen, auch ihrer nicht vergessen wird

ganz ihr Bthwn
für Hrn. von Mähler



1 Willibrord Joseph Mähler (1778 – 1860), geboren in Ehrenbreitstein, ein vielseitig begabter Porträt-Maler. Nach Studium bei Anton Graff in Dresden war er 1803 nach Wien gekommen, um sich an der Akademie weiterzubilden. Im Herbst dieses Jahres wurde er durch Stephan von Breuning bei Beethoven eingeführt, s. TDR II, S. 402ff. Das Porträt, auf das sich nach Mählers Erinnerung der vorliegende Brief bezieht, Beethoven mit einer Leier in der Hand vor einer antikischen Landschaft sitzend, wurde angeblich bald nach seiner Ankunft in Wien, wohl 1804, gemalt. Ein anderes Beethoven- Porträt (Brustbild) schuf Mähler 1815 für seine "Tonkünstler-Galerie" , s. AMZ 17 (1815), Sp. 570 (Bericht aus Wien vom 5.8.1815). Es existieren davon drei Repliken. Seit 1820 wurde Mähler in den Hof- und Staatsschematismen als Offizial in der k.k. geheimen Haus-, Hof- und Staatskanzlei aufgeführt. Er stieg dort später zum Hofkonzipisten, Hofsekretär und 1849 zum Einreichungs-Protokoll-Direktor auf. Böckh verzeichnet Mähler 1822 als "Diletant in der Porträt-Mahlerey" und "im Singen" , s. Heinrich Böckh, Wiens lebende Schriftsteller, Künstler und Dilettanten im Kunstfache , Wien 1822, S. 267 und 373.

2 Der vorliegende Brief dürfte vermutlich bald nach der Entstehung von Mählers erstem Beethoven -Porträt geschrieben worden sein.

3 Nicht zu identifizieren.


© 1998 G. Henle Verlag, München