Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
206. Beethoven an Willibrord Joseph Mähler1
[Wien, vermutlich 1804]2
1 Willibrord Joseph Mähler (1778 – 1860), geboren in Ehrenbreitstein, ein vielseitig begabter Porträt-Maler. Nach Studium bei Anton Graff in Dresden war er 1803 nach Wien gekommen, um sich an der Akademie weiterzubilden. Im Herbst dieses Jahres wurde er durch Stephan von Breuning bei Beethoven eingeführt, s. TDR II, S. 402ff. Das Porträt, auf das sich nach Mählers Erinnerung der vorliegende Brief bezieht, Beethoven mit einer Leier in der Hand vor einer antikischen Landschaft sitzend, wurde angeblich bald nach seiner Ankunft in Wien, wohl 1804, gemalt. Ein anderes Beethoven- Porträt (Brustbild) schuf Mähler 1815 für seine "Tonkünstler-Galerie" , s. AMZ 17 (1815), Sp. 570 (Bericht aus Wien vom 5.8.1815). Es existieren davon drei Repliken. Seit 1820 wurde Mähler in den Hof- und Staatsschematismen als Offizial in der k.k. geheimen Haus-, Hof- und Staatskanzlei aufgeführt. Er stieg dort später zum Hofkonzipisten, Hofsekretär und 1849 zum Einreichungs-Protokoll-Direktor auf. Böckh verzeichnet Mähler 1822 als "Diletant in der Porträt-Mahlerey" und "im Singen" , s. Heinrich Böckh, Wiens lebende Schriftsteller, Künstler und Dilettanten im Kunstfache , Wien 1822, S. 267 und 373.
2 Der vorliegende Brief dürfte vermutlich bald nach der Entstehung von Mählers erstem Beethoven -Porträt geschrieben worden sein.
3 Nicht zu identifizieren.