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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

221. Beethoven an Gräfin Josephine Deym

[Wien, gegen Ende Mai 1805]1

Liebe J. Ich bitte sie, senden sie mir das Andant [e]2 und die zwei Lieder3 – ich verspreche ihnen daß sie alle 3 Stücke übermorgen wieder zurück erhalten – leztere würde ich nicht von ihnen nehmen, wenn es wircklich nicht an dem wäre, daß ich der VerwittibtenKaiserin von rußland4 einige Lieder schiken müste, und ich – jezt mich ohnmöglich damit abgeben kann, weder andre zu suchen, noch zu komponiren – Wenn sie Idomeneo nicht brauchen, lassen sie mir ihn auf einige Täge. – leben sie Wohl geliebte einzige J.
Beethwn

Pour Madame La Comtesse Deym Nèe Comtesse Brunswick



1 Beethoven erhielt die beiden erbetenen Lieder kurz vor der Abreise Josephine Deyms nach Martonvásár Ende Mai 1805, s. Brief 225 . Der vorliegende Brief dürfte einige Tage zuvor geschrieben worden sein.

2 Wahrscheinlich WoO 57; Textverlust durch Beschädigung des Randes.

3 An die Hoffnung op. 32 und wahrscheinlich Andenken WoO 136, s. Brief 216 Anm. 1 . Ein weiteres Indiz liefert ein Brief Charlotte Telekis an ihre Schwestern Josephine Deym und Therese Brunsvik vom 7.3.1806, wo die beiden Lieder mit Titel bzw. Textincipit genannt werden: " J'ai bien une autre grace a vous demander – ce sont deux airs an die Hoffnung und ich denke dein, imagine toi que je les ai presque entierement oublié, je pourois pleurer pour cette perte: je les aimois tant; je serois charmé si tu voudrois être si bon de me les faire copié " , s. Harry Goldschmidt, Beethoven in neuen Brunsvik-Briefen , in: BJb 9 (1977), S. 124.

4 Maria Feodorowna, geborene Herzogin Sophie Dorothea von Württemberg (1759 – 1828), die Gattin des Zaren Paul I. (1754 – 1801). Der Plan, ihr die beiden Lieder zu schicken, kann durch das Beispiel Haydns veranlaßt worden sein. Die Zarenwitwe hatte sich für dessen mehrstimmige Gesänge mit einem Goldring erkenntlich gezeigt, s. Joseph Haydn, Gesammelte Briefe und Aufzeichnungen , hrsg. v. Dénes Bartha, Kassel 1965, S. 455. Ihr Dankschreiben vom 15.2.1805 war im Freundeskreis Haydns herumgereicht worden und sollte sogar in der AMZ veröffentlicht werden, was allerdings nicht geschehen ist, s. Griesinger S. 240.


© 1998 G. Henle Verlag, München