Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
221. Beethoven an Gräfin Josephine Deym
[Wien, gegen Ende Mai 1805]1
1 Beethoven erhielt die beiden erbetenen Lieder kurz vor der Abreise Josephine Deyms nach Martonvásár Ende Mai 1805, s. Brief 225 . Der vorliegende Brief dürfte einige Tage zuvor geschrieben worden sein.
2 Wahrscheinlich WoO 57; Textverlust durch Beschädigung des Randes.
3 An die Hoffnung op. 32 und wahrscheinlich Andenken WoO 136, s. Brief 216 Anm. 1 . Ein weiteres Indiz liefert ein Brief Charlotte Telekis an ihre Schwestern Josephine Deym und Therese Brunsvik vom 7.3.1806, wo die beiden Lieder mit Titel bzw. Textincipit genannt werden: " J'ai bien une autre grace a vous demander – ce sont deux airs an die Hoffnung und ich denke dein, imagine toi que je les ai presque entierement oublié, je pourois pleurer pour cette perte: je les aimois tant; je serois charmé si tu voudrois être si bon de me les faire copié " , s. Harry Goldschmidt, Beethoven in neuen Brunsvik-Briefen , in: BJb 9 (1977), S. 124.
4 Maria Feodorowna, geborene Herzogin Sophie Dorothea von Württemberg (1759 – 1828), die Gattin des Zaren Paul I. (1754 – 1801). Der Plan, ihr die beiden Lieder zu schicken, kann durch das Beispiel Haydns veranlaßt worden sein. Die Zarenwitwe hatte sich für dessen mehrstimmige Gesänge mit einem Goldring erkenntlich gezeigt, s. Joseph Haydn, Gesammelte Briefe und Aufzeichnungen , hrsg. v. Dénes Bartha, Kassel 1965, S. 455. Ihr Dankschreiben vom 15.2.1805 war im Freundeskreis Haydns herumgereicht worden und sollte sogar in der AMZ veröffentlicht werden, was allerdings nicht geschehen ist, s. Griesinger S. 240.