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Editorische Zeichen in den Brieftexten

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Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

252. Nikolaus Simrock an Beethoven

[Bonn, 21. Mai 1806]1

Ferdinand Ries hatte zur Probe eines Ihrer Violin Quartetten Op. 18 mit Violin und Violoncello arrangirt, daß es mich bestimmte solche alle 6 unter Op. 60, Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6, herauszugeben.2 Von den 2 ersten Op. 60 habe ich, um Sie damit angenehm zu überraschen, C. Träg3 bereits aufgetragen, Ihnen ein Exemp. zuzustellen, welches Sie wahrscheinlich werden erhalten haben; die übrigen sind auch schon für sie abgegangen, ich hoffe, Sie werden Ihren vollkommenen Beifall erhalten. Daß ich Op. 60 und 614 angegeben habe, bitte ich Sie mir zu Gute zu erhalten, ich wußte nicht, wie weit Ihre Originalien vorgerückt waren, und da bereits mehrere Ihrer Originale für's Clavier arrangirt, z.B. die Serenaden5 , mit einer fortschreitenden No. bezeichnet worden, ohne zu bemerken, daß es Uebersetzungen sind, so glaubte ich nicht gegen Ihren Willen zu sündigen, wenn ich es ebenso machte, um so mehr da dieses wahrscheinlich schon geschehen war, um das Vorurtheil vieler Liebhaber zu verscheuchen, die, sobald sie das Wort Arrangé auf dem Titel sehen, glauben, es könne nicht gut sein! Wenn die Werke eines Pleyels6 so vieler Veränderungen werth gefunden worden, so verdienten es wahrhaftig die Ihrigen hundertmal mehr, dies war nicht blos Vorliebe zu Ihren Compositionen, auch innere Ueberzeugung, den guten Geschmack Ihrer vortrefflichen Compositionen allgemeiner zu machen, und unter ein weit ausgedehnteres Publicum zu bringen, bestimmte mich Ihre vortreffliche Quartette und Trio, die so selten als solche gut gespielt werden, in einem anderen Gewand unter das Publicum zu bringen, um diese Werke am Clavier auch zu bewundern, und schätzen zu lernen.



1 Datum nach Angabe Müllers.

2 Die Bearbeitung erschien unter dem Titel "SIX GRANDES SONATES/POUR LE/Piano-Forte. Violon obligé et Violoncelle ad lib:/COMPOSEES PAR/ L. van BEETHOVEN./ Œ uvre 60" , Verlagsnummer 491. Der Name des Bearbeiters ist nicht angegeben, wie schon in der Besprechung der beiden ersten Hefte in AMZ 8 (1806), Sp. 670f., bemängelt wurde.

3 Gemeint ist der Musikalienhändler und Verleger Johann Baptist Adalbert Traeg (1781 – 1839); "C" vermutlich Lesefehler Müllers.

4 Unter der Opuszahl 61 publizierte Simrock eine Bearbeitung der Streichtrios op. 9 für Klaviertrio (Verlagsnummer 501).

5 Angesprochen sind vermutlich die Serenade für Klavier und Flöte op. 41, nach der Trio-Serenade op. 25, und das Notturno für Klavier und Bratsche op. 42, nach der Serenade op. 8, die im Dezember 1803 und Januar 1804 bei Hoffmeister & Kühnel in Leipzig erschienen waren.

6 Ignaz Joseph Pleyel.


© 1998 G. Henle Verlag, München