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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

322. Beethoven an Heinrich Joseph von Collin1

[Wien, März 1808]2

Lieber Freund, ich wollte diesen Morgen zu ihnen kommen, aber eine mich gestern Während der Vorstellung der italienischen oper3 überfallene Kolick hindert mich heute so früh aus zu gehen – Wegen Hatel4 müßen wir etwas schriftliches haben, oder wenigstens muß mir derselbe seine Zusage machen in Gegenwart zweier Zeugen, wovon sie einer und der andreBreuning seyn kann – ich dächte aber ein kurzes schreiben hierüber sey leicht abgefaßt[.] wie? – das ist mir einerley, wenn man selbst hinein sezt aus Mitleiden etc das niedrigste, das Niederträchtigste bin ich ja schon ohnedem hier gewohnt – und um ihnen zu lieb, um mit ihnen wirken zu können, mag das auch noch seyn – ich habe 3 Schriften über einen Tag im Theater von vorigem Jahr,5 mit der Polizey schriften machens grade 5 über einen Tag, den ich nicht erhalten, schon um der vergeblichen Mühe willen sollte man mir den ohnedem schuldigen Tag geben, ich sage den Schuldigen, denn wenn ich will, kann ich die T.[heater] D.[irektion] vermittelst meines Rechts zwingen, mir diesen Tag zu geben, indem ich mit einem Advokaten hierüber gesprochen – und Warum sollte ich's nicht thun, hat man mich nicht auf's aüßerste gebracht? – – fort mit allen rüksichten gegen diese Vandalen der Kunst –
Morgen werde ich selbst zu H.[artl] gehen, ich war schon einmal da, er war aber nicht zu Hause – ich bin so verdrießlich, daß ich mir nichts wünsche als ein Bär zu seyn, um so oft ich meine Taze aufhöb, einen sogenannten großen – – – – Esel zu Boden schlagen zu können
Beethown



1 Aus inhaltlichen Gründen ist Heinrich Joseph von Collin als Adressat anzunehmen, s. Brief 321 , 323 und 324 .

2 Das vorliegende Schreiben stammt aus derselben Zeit wie Brief 321 .

3 Die einzige italienische Oper, die zu dieser Zeit in Wien gegeben wurde, war Johann Simon Mayrs Oper Adelasia ed Aleramo. Sie wurde am 26.2.1808 im Kärntnertortheater zum ersten Mal aufgeführt. Wiederholungen fanden am 26. Februar sowie am 21., 24. und 28. März statt.

4 Joseph Hartl Edler von Luchsenstein.

5 Bereits Ende 1806 hatte sich Beethoven um einen Tag für eine Akademie im Frühjahr 1807 bemüht. Der für März festgelegte Termin war immer wieder verschoben worden, s. die Briefe 262 , 267 , 268 , 274 und 275 .


© 1998 G. Henle Verlag, München