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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

357. Beethoven an Baron Ignaz von Gleichenstein

[Wien, vermutlich Mitte Februar 1809]1

Hier mein lieber den Brief an Winter2 – Erstens steht drin, daß du mein Freund bist – zweitens, Was du bist, nemlich k.k. Hofconcipist – drittens, daß du kein Kenner von Musik aber doch ein Freund alles Schönen und Guten – in Rüksicht dessen ich den Kapellmeister gebeten, falls was von ihm aufgeführt wird, daß er die Gelegenheit verschaffe, daran Theil zu nehmen – du hast hier einen Wink, dich deswegen etwas eifrig bemüth zu zeigen – gehört zu den politischen Wissenschaften Wovon dein Freund wenig versteht – vieleicht dient dir's noch zu was andern in München – und nun leb wohl lieber Freund – reise Glücklich – und denke zuweilen an mich – grüß das Brüderchen3

dein wahrer Freund
Beethowen
Pour Monsieur de Gleichenstein



1 Der Brief wurde offenbar anläßlich einer Reise verfaßt, die Gleichenstein über München führen sollte. Der Komponist Peter von Winter (1754 – 1825) wirkte dort seit 1798 als Kapellmeister. Wahrscheinlich ist jene geheimdienstliche Reise in Betracht zu ziehen, die Gleichenstein Mitte Februar 1809 antrat und von der er erst ein Jahr später zurückkehrte. Sie galt offiziell dem Besuch seines erkrankten Vaters in Freiburg, hatte aber tatsächlich die Beobachtung der französischen Truppenbewegungen bei Ausbruch und während des österreichisch-französischen Krieges zum Ziel. Zu Beginn dieser Reise traf sich Gleichenstein mit Graf Stadion, dem österreichischen Gesandten am bayerischen Hof, in München.

2 Dieser Brief ist nicht überliefert.

3 Carl von Gleichenstein (1781 – 1844).


© 1998 G. Henle Verlag, München