Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
357. Beethoven an Baron Ignaz von Gleichenstein
[Wien, vermutlich Mitte Februar 1809]1
1 Der Brief wurde offenbar anläßlich einer Reise verfaßt, die Gleichenstein über München führen sollte. Der Komponist Peter von Winter (1754 – 1825) wirkte dort seit 1798 als Kapellmeister. Wahrscheinlich ist jene geheimdienstliche Reise in Betracht zu ziehen, die Gleichenstein Mitte Februar 1809 antrat und von der er erst ein Jahr später zurückkehrte. Sie galt offiziell dem Besuch seines erkrankten Vaters in Freiburg, hatte aber tatsächlich die Beobachtung der französischen Truppenbewegungen bei Ausbruch und während des österreichisch-französischen Krieges zum Ziel. Zu Beginn dieser Reise traf sich Gleichenstein mit Graf Stadion, dem österreichischen Gesandten am bayerischen Hof, in München.
2 Dieser Brief ist nicht überliefert.
3 Carl von Gleichenstein (1781 – 1844).