Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
359. Beethoven an Breitkopf & Härtel1 in Leipzig
Vien am 4ten März 1809
1 Der Adressat ist aus dem Inhalt zu erschließen.
2 Möglicherweise hat Beethoven eine Abschrift des Rentenvertrages beigelegt. Die AMZ berichtete von dem Vertragsabschluß am 22.3.1809, s. AMZ 11 (1809), Sp. 395f.:
3 Beethoven meint die politischen und militärischen Aktionen am Vorabend des fünften Koalitionskrieges (9.4.1809 Kriegserklärung Österreichs an Frankreich).
4 Beethoven hat offenbar nicht bemerkt, daß diese und die folgenden Opuszahlen bereits an Werke vergeben waren, die 1808 im Kunst- und Industrie-Comptoir veröffentlicht wurden. Die Cellosonate erschien tatsächlich zunächst als op. 59. In späteren Abzügen der Originalausgabe wurde die Zahl in 69 verbessert.
5 Noch vor Erscheinen der Originalausgabe in op. 67 korrigiert.
6 Noch vor Erscheinen der Originalausgabe in op. 68 korrigiert.
7 Vermutlich sind die Korrekturen angesprochen, die erst mit Brief 370 vom 28.3.1809 abgesandt wurden.
8 Die beiden Symphonien waren in der Akademie im Theater an der Wien am 22.12.1808 aufgeführt worden.
9 Beethoven hatte die Stichvorlagen der drei genannten Werke Gottfried Christoph Härtel im September 1808 übergeben.
10 Vermutlich ist der Pianist Friedrich Stein (1784 – 1809), der jüngste Sohn des Klavierbauers Johann Andreas Stein (Augsburg), gemeint, der 1804 seinen Geschwistern Matthäus Andreas und Nannette (verehelichte Streicher) nach Wien gefolgt war und bei Johann Georg Albrechtsberger Kompositionsunterricht nahm, s. Theodor Bolte, Die Musikerfamilien Stein und Streicher , in: Neue Musik-Zeitung 38 (1917), S. 322f. Stein hatte die im Wiener Kunst- und Industrie-Comptoir erschienene Bearbeitung von op. 60 für zwei Klaviere angefertigt. Es ist nicht bekannt, ob Breitkopf & Härtel das Angebot angenommen haben. Zur Ausführung ist es jedenfalls nicht gekommen, denn Stein ist bereits am 5.5.1809 gestorben.
11 Der Text der folgenden Dedikation ist von fremder Hand geschrieben, die Opusbezeichnung dagegen wieder von Beethoven.
12 Noch vor Erscheinen der Originalausgabe in op. 70 korrigiert.