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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

367. Beethoven an Baron Ignaz von Gleichenstein in Freiburg

[Wien, um den 12. März 1809]1

Du siehst mein lieber Guter Gleichenstein aus beygefügtem wie Ehrenvoll nun mein hierbleiben für mich geworden2 – Der Titel als Kaiserl. Kapellmeister kömmt auch nach – etc –
schreibe mir nun sobald als möglich ob du glaubst, daß ich bey den jezigen kriegerischen Umständen reisen soll, und ob du noch fest gesonnen bist mit zu reisen, mehrere rathen mir davon ab, doch werde ich dir hierin ganz folgen, da du schon einen wagen hast, müste die Reise so eingerichte[t] werden, daß du mir und ich dir eine strecke entgegenreise3 – schreibe geschwind –
nun kannst du mir helfen eine Frau suchen, wenn du dort in F.[reiburg] eine schöne findest, die vieleicht meinen Harmonien zuweilen einen seufzer schenkt, doch müste es keine Elise Bürger4 seyn, so knüpf im voraus an – Schön muß sie aber seyn, nichts nicht schönes kann ich nicht lieben – sonst müste ich mich selbst lieben – leb wohl und schreibe bald emphele mich deinen Eltern deinem Bruder –

ich umarme dich von herzen und bin dein treuer Freund
Beethowen



1 Der Brief nimmt auf den Abschluß des Rentenvertrages Bezug und gehört daher in das Jahr 1809. Gleichenstein befand sich in geheimer Mission auf einer Reise nach Frankreich, die ihn durch verschiedene Orte in Süddeutschland, der Schweiz und Italien führte. Entsprechend seinem Empfangsvermerk vom 18.3.[1809] muß der Brief etwa eine Woche früher von Wien abgeschickt worden sein.

2 Beethoven hatte dem Brief wohl eine Abschrift des Rentenvertrages beigelegt. Gleichenstein war vor Unterzeichnung des Rentenvertrages, am 26.2.1809, von Wien abgereist.

3 Beethoven plante bereits seit Januar 1809 eine Konzertreise, die ihn über Leipzig führen sollte, s. Brief 350 und 359 .

4 Marie Christiane Elisabeth Bürger geb. Hahn (1769 – 1833) hatte im Jahre 1790 als dritte Frau den Dichter Gottfried August Bürger (1747 – 1794) geheiratet. Nach zwei Jahren Ehe ließ sie sich wieder scheiden.


© 1998 G. Henle Verlag, München