Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
451. Beethoven an Breitkopf & Härtel in Leipzig
Wien am 2.ten Juli 1810.
1 Der Verlag hatte lediglich 200 Dukaten in Gold angeboten, s. Brief 447 .
2 Vermutlich ist Kaspar Karl van Beethoven gemeint. Ob Beethovens Behauptung zutrifft, muß bezweifelt werden.
3 Op. 74.
4 Op. 77.
5 Op. 78 und op. 79.
6 Op. 76.
7 Op. 75.
8 Op. 73.
9 Op. 80.
10 Op. 83.
11 Op. 81a.
12 Op. 82.
13 Op. 84.
14 Vermutlich ist "1ten" gemeint.
15
Härtel schenkte den Versicherungen Beethovens keinen Glauben. Am 20.7.1810 beauftragte er einen in England lebenden Geschäftsfreund, den Buchhändler Hasse in Fulnek, mit Nachforschungen:
"Es liegt uns nämlich sehr viel daran, genau zu wissen, wenn, womöglichst, in welcher Woche diese Beethovenschen Sachen und 3 neuere Sonaten von Clementi in London herauskommen werden; denn daß sie dort herauskommen werden, das weiß ich schon mit Gewißheit. Ihnen wird es nicht an musikalischen Bekannten in London fehlen. Sie würden mich daher ungemein verbinden, wenn Sie die Güte haben wollten, einem Bekannten in London aufzutragen, daß er darauf acht habe, uns, was von diesen Sachen, und sobald es uns herauskommt, zu überschicken. Wahrscheinlich erscheinen auch die Beethovenschen Werke bei Clementi & Co., doch wissen wir dies nicht gewiß. (Wir haben uns gegen H. Clementi und H. Beethoven zu einem bedeutenden Honorar engagiert in der Versicherung, daß dort jene Werke nicht früher als bey uns erschienen, und es liegt uns der Zukunft wegen daran, von einem so zuverlässigen Manne, als Sie sind, zu erfahren, wie es damit gegangen ist."
Siehe Max Unger, Muzio Clementis Leben , Langensalza 1914, S. 180f. Tatsächlich erschienen die an Clementi verkauften Werke Beethovens in London eher als bei Breitkopf & Härtel in Leipzig. Op. 77 – 79 und op. 75, Nr. 1 – 5 wurden am 31.8.1810 in Stationers Hall registriert, op. 76 sogar schon am 18.8.1810, s. Alan Tyson, The Authentic English Editions of Beethoven , London 1963, S. 59 – 68.
16 Der Verlag hatte "Originalmanuskripte" , d.h. Beethovens eigenhändige Niederschriften, gewünscht, da er in den Kopistenabschriften zu viele Fehler vermutete, s. Brief 447 . Ähnlich hatte sich zuvor auch Beethoven geäußert, s. Brief 408 .