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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

594. Beethoven an Breitkopf & Härtel in Leipzig

Tepliz am 17ten September. 1812

P.P.

Im bette liegend schreibe ich ihnen, die Natur hat auch ihre Etiquette , indem ich hier wieder die Bäder gebrauche, fällt es mir gestern Morgen Frühe bey Anbruch des tages ein, die Wälder zu besuchen troz allem Nebel, für diese licentiam poeticam büße ich heute; – Mein Aesculap1 hat mich recht im Zirkel herum geführt, indem denn doch das beste hier,2 die Kerls verstehn sich schlecht auf effeckt, ich meyne darin sind wir denn doch in unsrer Kunst weiter – Es könnte seyn, daß ich leipzig besuche, doch bitte ich sie sich darüber ganz tacet zu verhalten, denn aufrichtig zu sagen, sie trauen mir in Österreich nicht mehr recht, worin sie auch recht haben und werden mir vieleicht die Erlaubniß gar nicht oder spät ertheilen, so daß es zur Meße3 zu spät seyn würde, ich weiß zwar kein Wort mehr, wie sich das verhält – wenn sie sonst müßig sind, so schreiben sie mir darüber ihre Meynung, noch Eins: kann ich wohl Chöre etc aufführen, ohne daß es zu viel kostet, ich bin der Bloßen Virtuosität ohnedem nicht sehr hold, nur hat mich die Erfahrung gelehrt, daß mit singesachen besonders Chören die Kosten Ungemein groß sind, und es dann manchmal kaum lohnt einen Preiß gesezt zu haben, indem man auch ohne alles das dieses gratis hätte geben können – da ich auch gar nichts gewisses bestimmen kann, so bitte ich sie von meinem Vorhaben weiter keinen Gebrauch zu machen –
leben sie wohl studiren sie nicht zu viel auf der leipziger Universität, Es mögte die Aesthetick dabey verlieren –

der Ihrige
ludwig van Beethowen
An Breitkopf und Hertel in leipzig.



1 Dr. Jakob Staudenheim.

2 Nach einem etwa einmonatigen Aufenthalt in Franzensbad war Beethoven am 10.9.1812 wieder zum Ausgangspunkt seiner Bäderreise, Teplitz, zurückgekehrt.

3 Zur Leipziger Herbstmesse.


© 1998 G. Henle Verlag, München