Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
607. Beethoven an Fürstin Maria Charlotte Kinsky1
[Wien, 30. Dezember 1812]2
1 Maria Charlotte (Caroline) Fürstin Kinsky von Wchinitz und Tettau (1782 – 1823), geb. Freiin von Kerpen, seit 1801 verheiratet mit Fürst Ferdinand Johann Nepomuk Kinsky (1781 – 1812).
2 Der vorliegende Brief war ein persönliches Begleitschreiben zu Brief 608 vom 30.12.1812.
3 Gemeint ist der fürstlich Kinskysche Wirtschaftsrat Johann Michael Obermiller (Obermüller; um 1757 – 1829).
4 Fürst Ferdinand Kinsky war am 3.11.1812 infolge eines Reitunfalls gestorben. Seine Erben, die Söhne Fürst Rudolph Kinsky (1802 – 1836) und Graf Joseph Kinsky (1806 – 1862), waren noch minderjährig. Sie wurden unter die Vormundschaft ihrer Mutter gestellt. Zum Mitvormund wurde ihr Onkel Franz Anton Graf von Kolowrat-Liebsteinsky (1778 – 1861), Oberstburggraf zu Prag, ernannt.
5 Brief 608 , bis auf die Unterschrift von Franz Oliva geschrieben.
6 Kaspar Karl van Beethoven war an Schwindsucht erkrankt.
7 Wohl Johann Geyling, vgl. Vaclav Kratochvil, Beethoven und Fürst Kinsky , in: Beethovenjahrbuch II (1909), S. 25, wo in einem Schreiben des Fürsten Ferdinand Kinsky an seine Wiener Kasse vom 20.6.1810 Geyling namentlich genannt wird.