Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
663. Beethoven an Fürst Joseph von Schwarzenberg1
(Konzept)
[Wien, 24. Juli 1813]
| Der Erzherzog Rudolph verband sich | ![]() |
f 1500. – " |
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" Fürst von Kinsky | ![]() |
" 1800. – " |
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" Fürst von Lobcovitz | ![]() |
" 700. – " |
![]() |
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f 4000. – " |
1 Der Adressat ist aus dem Inhalt des Schreibens erschlossen. Aufgrund seiner hohen Verschuldung sah sich Fürst Franz Joseph Maximilian Lobkowitz gezwungen, eine sogenannte "freundschaftliche Administration" einzuberufen, die am 1.6.1813 die Verwaltung seines Vermögens übernahm. An der Spitze dieser Administration stand Fürst Joseph von Schwarzenberg.
2 Gemeint ist der Rentenvertrag vom 1.3.1809. Er ist in einer Abschrift von fremder Hand dem vorliegenden Schriftstück beigelegt (BH 42a).
3 Es folgt eine wohl von späterer Hand in den Zeilenzwischenraum eingefügte Addition:
4 Durch das sogenannte "Finanzpatent", verkündet am 20.2.1811 und in Kraft getreten am 15.3.1811, wurden die früheren Bankozettel im Verhältnis 5:1 durch Einlösungsscheine ersetzt, welche die einzig gültige Inlandswährung in Österreich darstellten (Wiener Währung).
5 Im Februar 1812; s. Brief 553 .
6 Zu Beethovens Ansprüchen gegenüber Fürst Kinsky s. u.a. Brief 664 .
7 Beethoven hatte sich vom 5. Juli bis Ende September 1812 in Teplitz, Karlsbad und Franzensbad aufgehalten.
8 Wahrscheinlich Franz Oliva, der auch bei Fürst Kinsky für Beethoven vorstellig wurde. Beethoven benennt ihn am 4.1.1815 (Brief 774) als Zeugen.
9 Beethoven war nach einem etwa einmonatigen Zwischenaufenthalt in Linz Anfang November nach Wien zurückgekehrt.
10 Am 3.11.1812.
11 Der Name des Darleihers ist nicht bekannt. Auch der von ihm angestrengte Prozeß ist dokumentarisch nicht zu belegen. Beethoven reichte am 13.6.1813, vertreten durch Dr. Karl von Adlersburg, beim niederösterreichischen Landrecht Klage gegen Fürst Lobkowitz ein (präsentiert am 19.6.1813), s. Max Reinitz, Beethovens Prozesse , in: Deutsche Rundschau 162 (1915), S. 260ff.
12 Ferdinand Frischhertz (um 1765 – 1815), Doktor der Rechte, Hof- und Gerichtsadvokat in Wien.
13 Lobkowitz befand sich bei seinem Regiment in Böhmen.
14 Gemeint ist Wenzel Kaspar Damm (geb. um 1780), von 1812 bis 1823 Kassier bei der fürstlich Lobkowitzischen Kasse in Wien.
15 Karl Schwabel Edler von Adlersburg (1774 – 1855), Doktor der Rechte, Hof- und Gerichtsadvokat und Notar in Wien. Er beriet Beethoven auch in den Auseinandersetzungen mit den Kinskyschen Erben, in der Streitsache mit Johann Nepomuk Mälzel wegen des Eigentumsrechts an op. 91 (1814) und in Vormundschaftsangelegenheiten (1815 – 1818).
16 In der Klage gegen Fürst Lobkowitz wurde als Beweismittel auch eine schriftliche Anweisung des Fürsten an seinen Kassier vom 10.2.1813 herangezogen, wonach Beethoven das rückständige Gehalt (1.9.1811 bis 1.3.1813) in Höhe von 1050 Gulden einschließlich Zinsen sowie die künftigen jährlichen Bezüge von 700 Gulden in Einlösungsscheinen, d.h. in der neuen Wiener Währung, ausgezahlt werden sollten. Diese Anweisung hatte Lobkowitz offenbar alsbald widerrufen.