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Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
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  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

763. Beethoven an Antonie Brentano1 in Frankfurt

[Wien, Ende 1814]2

Meine werthe Freundin, alle meine Umstände, die zwar nun bald sich verbessern werden, ließen mich kein Bedenken tragen den <ihren>mir von Fr.[anz] und ihnen zugeschickten Wechsel anzunehmen – ich erhielt selben durch einen Fremden Menschen, wie mir scheint, derselbe mag sich aber die sache nicht sehr angelegen haben seyn laßen, denn nachdem er mich bey seinem ersten Besuch nicht zu Hause fand, kam er 8 täge drauf wieder, übergab mir den Wechsel, ohne sich auch nur zu mir in mein Zimmer begeben zu wollen, als ich nun zu Pacher3 kam, hatten sie selbst vorgestern noch kein Awiso, auch kennen sie den aussteller nicht, wie sie sagen – ich habe daher für nöthig erachtet, sie sogleich damit bekannt zu machen, und erwarte ihre Entschließungen hierüber – ich würde ihnen den Wechsel schon zurückgesendet haben, allein ich verstehe nichts von d.g., wie sie wissen und könnte daher leicht einen Fehler begehen –

in Eil ihr sie Verehrender
Beethowen
[...] in Frankfurt (am Mayn)4



1 Johanna Antonia (Toni) Josepha Brentano geb. von Birkenstock (1780 – 1869), Tochter von Johann Melchior von Birkenstock (1738 – 1809), seit 1798 mit Franz Brentano (1765 – 1844) verheiratet, dem Halbbruder von Clemens und Bettina Brentano. Im Herbst 1809 zog sie mit ihrer Familie von Frankfurt in ihre Heimatstadt Wien, um ihren Vater zu pflegen und dessen Nachlaß aufzulösen. 1810 wurde sie mit Beethoven bekannt, der mit ihrer Familie im Sommer 1812 einige Wochen in Karlsbad und Franzensbad (Böhmen) verbrachte. Im Herbst 1812 kehrten die Brentanos nach Frankfurt zurück, doch blieb der Kontakt bestehen. Franz und Antonie Brentano unterstützten Beethoven 1813/14 in einer finanziell für ihn sehr schwierigen Zeit mit Darlehen. Sie halfen ihm in Fragen der auswärtigen Erziehung des Neffen Karl und streckten ihm 1820 das Honorar für die Missa solemnis vor. Maynard Solomon hält Antonie Brentano für die Adressatin von Beethovens Liebesbrief vom 6./7. Juli 1812 (Brief 582), s. seine Biographie Beethoven , München 1979, S. 196 – 206.

2 Der Brief wurde vermutlich Ende 1814 geschrieben, als sich die Beilegung des Streites mit der Familie des Fürsten Kinsky und mit Fürst Lobkowitz wegen Beethovens Gehalt abzeichnete. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit einem Eintrag in Beethovens Tagebuch, der in dieselbe Zeit fällt und ebenfalls die finanzielle Unterstützung durch die Familie Brentano bezeugt, vgl. Maynard Solomon, Beethovens Tagebuch , hrsg. v. Sieghard Brandenburg, Bonn 1990, S. 53 und S. 136 (Kommentar zu Eintrag Nr. 33).
Andersons Datierung (Nr. 659) mit, "September 29, 1816" ist irrig. Sie beruht auf einer dem Autograph beigelegten maschinengeschriebenen Notiz ("An Frau Antonia v. Brentano/29.Sept. 1816/2 Teile"), die sich auf Brief 978 bezieht.

3 Johann Martin Pacher, Mitinhaber der Wiener Großhandlung Oßwald, Pacher et Comp. (ab 1816 J.M. Pacher & Co.).

4 Auf dem Umschlagblatt. Die obere Hälfte mit dem Namen der Empfängerin ist abgerissen.


© 1998 G. Henle Verlag, München