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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

793. Beethoven an Joseph von Varena in Graz

Vien am 21-ten März 1815.

Mein werther V. !

Nicht wohl, sehr beschäftigt war es mir nicht möglich mich selbst zu erkundigen,1 bis gestern – nun meine Resultate Von Schanz2 <,> können sie ein so gutes piano , als er sie nur immer zu liefern im Stande ist, für den Preiß von 400 fl. W.W. Sammt Emballage mit 6 – 8 ven [= Oktaven] haben – Seiffert3 verlangt 460 würde es wohl auch um 400 geben – Es giebt aber noch Brave meister, wie ich höre, wo man ein gutes dauerhaftes auch noch ziemlich unter dem Preiß von 400 fl. bekommen könnte. – das ist aber nicht alles gleich geschwind ausgesucht, gefunden – gut – wie sie es von Rechtswegen haben müßen. – daher müste ich mehr Zeit haben –
Antworten sie mir nun bald ob sie <mit>derley Preise genehmigen, alsdenn haben sie in einigen Wochen ein gutes dauerhaftes Piano. –
Was die Ausbezahlung anbelangt, so verlangen die Instrumentenmacher schon hier in loco beym Abgang der Instrumente <von hier> ihre Bezahlung, indem man ihnen, wie sie sagen, öfter hierdurch Ungelegenheit verursacht hat. – dies ist alles mein werther V. , was ich ihnen bis jezt sagen kann – sobald sie mir ihre Gesinnungen über diesen Gegenstand eröfnet haben, werde ich Anstalten treffen, ihnen auf's beste zu Dienen. –

ihr wahrhaft ergebenster Freund und Diener
Beethowen
ich emphele mich ihrem Fraülein Tochter und übrigen Familie.

Chevalier de Varena Conseiller du gouvernement et Procureur Fiscal de l'Autriche intérieure. a graz (en steirye)



1 Varena hatte Beethoven gebeten, ihm bei der Beschaffung eines Klaviers für seine Tochter behilflich zu sein, s. Brief 781 vom 3.2.1815.

2 Der Klavierbauer Johann Schanz (um 1762 – 1828) galt als einer der fähigsten Meister seines Faches. Er bewohnte bis zu seinem Tode ein eigenes Haus auf der Windmühle, Obere Pfarrgasse Nr. 52, s. Helga Haupt, Wiener Instrumentenbauer von 1791 bis 1815 , in: Studien zur Musikwissenschaft Bd. 24, Graz– Wien – Köln 1960, S. 170.

3 Martin Seuffert (1772 – 1847), Sohn des Würzburger Hoforgelmachers Franz Ignaz Seuffert, hatte bei seinem Vater und Anton Walter gelernt. 1811 erhielt er in Wien das Bürger- und Meisterrecht. Er wohnte bis 1823 auf der Wieden, Alleegasse Nr. 75, dann im eigenen Haus " Zum goldenen Hirschen", Vorstadt Schaumburgerhof Nr. 77, Favoritenstraße, s. Haupt a.a.O., S. 174.


© 1998 G. Henle Verlag, München