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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1020. Beethoven an Tobias Haslinger

[Wien, 29. Dezember 1816]1

Seine wohlgebohrn der Hr. Adjutant werden ersucht erstens mir die 2 recepisse über die neulich abgesendeten Briefe2 noch heute durch eine Ordonnanz zu zusenden, sollten aber die Briefe nicht abgegeben worden seyn, so bittet man selbe mir sogleich zurückzu schicken. –
was das Paquet an dr. Kanka anbelangt, so hat es hiermit sein verbleiben, daß es heute gegen recepisse auf dem Postwagen nach Prag abgegeben werde. – folgende 2 Paquete werden ebenfalls heute nach Prag gesendet. ferners ist an dr. Reger3 mit beyfolgender Adresse4 der Klawierauszug von der sinfonie in A der Klawierauszug von der schlacht von Vittoria, an die Hoffnung, an die Ferne Geliebte zu übermachen5 ebenfalls mit heutigem Postwagen alsdenn ist an Hr. v. Ploschek6 ebenfalls mit heutigem Postwagen zu senden Partitur der Sinfonie in A, und der Schlacht von Vittoria, trio in B dur, Violin Sonate in g dur, an die Hoffnung, an die Ferne Geliebte7 – die Sorgfältige Expedirung wird dem Adjutanten zur vorrückung beförderlich seyn, was den g — — ll — — t betrift, so wird morgen ein patent wegen Vermehrung des poenale8 erscheinen.



1 Aus inhaltlichen Gründen ergibt sich, daß der vorliegende Brief einen Tag nach Brief 1019 geschrieben wurde. Am 28.12.1816 (Brief 1019) hatte Beethoven Kanka die Absendung eines Pakets mit Musikalien "mit morgigem Postwagen" versprochen. Im vorliegenden Brief wird die Beförderung dieses Pakets, wie ausgemacht, "heute" verlangt.

2 Möglicherweise die Briefe an Charles Neate (1016) und George Smart (1017) vom 18.12.1816, da sonst aus dieser Zeit keine anderen Schreiben so wichtigen Inhalts bekannt sind, die mit Einschreiben (Recepisse) hätten versandt werden müssen.

3 Dr. Joseph Reger, Rechtsanwalt in Prag.

4 Die Adresse liegt nicht bei.

5 Op. 92, op. 91, op. 94 und op. 98.

6 Gemeint ist vermutlich Karl Gloschek in Prag.

7 Op. 92, op. 91, op. 97, op. 96, op. 94 und op. 98.

8 Wahrscheinlich eine Anspielung auf die Mängel der Ausgaben von op. 92 und op. 95, zu denen Steiner ein Fehlerverzeichnis veröffentlichen sollte. Die erbetenen Musikalien stellen wohl das "poenale" dar.


© 1998 G. Henle Verlag, München