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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1084. Beethoven an Peter Joseph Simrock in Bonn

[Wien, 15. Februar 1817]

In kurzer Zeit mein liebes Simrökchen werde ich ihnen alles einschicken, was Sie verlangt, auch ihnen die Herausgabe anzeigen können – das opus ist 101 Werk1
ihren Brief vom 23ten oktober2 erhielt ich gar nicht, das ist mit eine von den Vorzüglichen Einrichtungen, die wir der Zeit verdanken, Es geschah mir, daß von einem Fremden Orte 4 oder 5 Briefe an mich gesendet worden, wovon man mir von dort aus zur überzeugenden Gewißheit, daß Sie abgeschikt wurden, die recepisse <mit>nach schikte, allein ich erhielt – keinen davon – seit 15ten Oktober war ich sehr krank an einem Entzündungskatharren, <an>von dessen Folgen ich noch leide, u. wahrscheinlich bis zum gänzlichen Frühjahr oder Sommer erst geheilt seyn werde – sobald sie können, Schreiben sie mir doch ihre Meynung wegen der Herausgabe meiner Sämtlichen Werke mit der Klawier-Musik angefangen, Es wäre ein in mancher Hinsicht erklekliches Unternehmen, da so viele Fehlervolle Ausgaben meiner Werke in der welt herum spazieren –
alles schöne u. gute ihren Eltern u. besonders ihrem vater, er wird sich wohl noch erinnern, wie ich ihn manches Tones wegen von dem Horn gefragt,3 u. wohl einsehen, daß <mitunter>Nun der damalige Schüler seinem Meister etwas aufzuknacken gibt. – leben sie wohl mein liebes Simmröckchen u. beym verlegen werden sie nie verlegen.

in Eil ihr Freund
l. v. Beethowen
Vien am 15-ten Februar 1817

An Seine Wohlgebohrn Hr. Simrock in Bonn (am Niederr<ei>h<n>ein bey Kölln.)



1 Möglicherweise hat Simrock nach der Opuszahl des zuletzt veröffentlichten Werkes Beethovens gefragt, um sich danach mit seiner Ausgabe der Cellosonaten op. 102, erschienen im März 1817, richten zu können.

2 Nicht überliefert; Brief 986 .

3 Nikolaus Simrock war in der ehemaligen kurkölnischen Hofkapelle, der Beethoven als Organist und Bratschist angehört hatte, als Hornist angestellt.


© 1998 G. Henle Verlag, München