Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
1097. Beethoven an Sigmund Anton Steiner
[Wien, kurz nach dem 20. März 1817]1
1 Der Brief wurde wahrscheinlich kurz nach dem 20. und jedenfalls vor dem 31.3.1817 geschrieben. Am 20.3.1817 veröffentlichte die Wiener AMZ (1, 1817, Sp. 89f.) ein "Schreiben des Herrn Hofcapellmeisters Salieri an die Herausgeber" vom 2.3.1817, in dem dieser über die Entstehung seiner Kantate Le jugement dernier (1787) und die Wahl der Tenorlage für die Stimme Gottes in dem Werk berichtet. Die Konzerte der Wiener Tonkünstlersozietät für den Pensionsfonds ihrer Witwen und Waisen, in denen Beethovens Symphonie op. 92 aufgeführt wurde, fanden am 30. und 31.3.1817 statt, vgl. AMZ 19 (1817), Sp. 307.
2 Salieri war Vizepräsident der Tonkünstlersozietät.
3 In dem oben genannten Brief berichtet Salieri, er habe Gluck vier Tage vor dessen Tod erzählt, er sei sich einige Zeit nicht einig gewesen, ob er in seiner Kantate "die von dem Dichter Gott selbst in den Mund gelegten Worte im Tenor oder Basse schreiben solle" . Er habe sich endlich für die Tenorlage entschlossen, "weil diese Stimme von oben herab gehört werden müsse, folglich durchdringender, und für den gegenwärtigen Zweck von einer richtigeren Wirkung seyn würde" . Gluck habe diese Wahl gebilligt und dazu geäußert: "Um aber mit Sicherheit zu wissen, in welchem Schlüssel die Stimme Gottes sey, werde ich Ihnen dieses in kurzer Zeit aus der andern Welt verkünden lassen können."