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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1097. Beethoven an Sigmund Anton Steiner

[Wien, kurz nach dem 20. März 1817]1

G — — l — — l — — t Amt!

Es fehlen alle Berichte während ich von beständigen Veräthereyen u. Komplotten höre, auch Wohl selbst wahrnehme, dies u. d.g. sowie mehrere andere Umstände könnten eine gänzliche Auflösung des g — — l — — l — — t Amts herbeyführen?!! – für jezt, da die wittwenGesellschaft die Sinfonie in A aufführt, braucht sie ein Exemplar der Partitur derselben, welche sie nach dem Gebrauche zurükstellen will, selbiges Exemplar hat das g — — l l — — t A — — t dem Hof – allerhöchsten Hofkapellmeister Salieri2 Patriarchen seiner guten Gesinnungen für deutsche Gesang-Musick u. deutsche sänger allerUnterthänigst zuzustellen, auch ihm zugleich für die glückliche phisiokratische Erfindung für die Stimme Gottes die gehörige Höhe u. Stimme gefunden zu haben3 mit größter Ehrfurcht zu danken. –
dero Contra ut

an das g — — l l — — t Amt.



1 Der Brief wurde wahrscheinlich kurz nach dem 20. und jedenfalls vor dem 31.3.1817 geschrieben. Am 20.3.1817 veröffentlichte die Wiener AMZ (1, 1817, Sp. 89f.) ein "Schreiben des Herrn Hofcapellmeisters Salieri an die Herausgeber" vom 2.3.1817, in dem dieser über die Entstehung seiner Kantate Le jugement dernier (1787) und die Wahl der Tenorlage für die Stimme Gottes in dem Werk berichtet. Die Konzerte der Wiener Tonkünstlersozietät für den Pensionsfonds ihrer Witwen und Waisen, in denen Beethovens Symphonie op. 92 aufgeführt wurde, fanden am 30. und 31.3.1817 statt, vgl. AMZ 19 (1817), Sp. 307.

2 Salieri war Vizepräsident der Tonkünstlersozietät.

3 In dem oben genannten Brief berichtet Salieri, er habe Gluck vier Tage vor dessen Tod erzählt, er sei sich einige Zeit nicht einig gewesen, ob er in seiner Kantate "die von dem Dichter Gott selbst in den Mund gelegten Worte im Tenor oder Basse schreiben solle" . Er habe sich endlich für die Tenorlage entschlossen, "weil diese Stimme von oben herab gehört werden müsse, folglich durchdringender, und für den gegenwärtigen Zweck von einer richtigeren Wirkung seyn würde" . Gluck habe diese Wahl gebilligt und dazu geäußert: "Um aber mit Sicherheit zu wissen, in welchem Schlüssel die Stimme Gottes sey, werde ich Ihnen dieses in kurzer Zeit aus der andern Welt verkünden lassen können."


© 1998 G. Henle Verlag, München