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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1099. Beethoven an Johann Nepomuk Kanka in Prag

[Wien, nach dem 29. März 1817]1

Mein lieber werther liebevoller K. !

Eben erhalte ich von dem Syndicus Bajer in R. [etz] gute Nachrichten, welche sie selben in Betreff des J.[ohann] L.[amatsch] mitgetheilt haben,2 was das übrige anbelangt, so werden sie vollkommen befriedigt werden. –
ich nehme mir die Freyheit sie wieder zu bitten mir das meinige vom fürstl. Kynskischen Hause zu besorgen, u. füge hierbey die dazu nöthige Quittung. vieleicht läßt sich noch ein andrer Weeg ausfinden, der mir unterdeßen jezt zu spät einfällt, wie ich vermittels deßen ihnen künftighin hierin nicht mehr beschwerlich fallen darf. – schon seit 15ten Oktober überfiel mich ein Entzündungskatharr, an deßen Folgen ich noch leide, u. auch meine Kunst, doch ist zu hoffen, daß es nach u. nach beßer wird, u. ich wenigstens in meinem kleinen Reich der Töne mich wieder reich zeigen kann, bin ich doch in allem übrigen arm – durch die Zeiten? durch die Armuth des Geistes u. Wo????? – leben sie wohl – übrigens macht einem alles um unß nahe her ganz verstummen, dies soll aber zwischen unserm geknüpften Freundschafts u. SeelenBand nicht statt finden, laut nenne ich mich wie immer

ihr Sie verehrender u. liebender Freund
l. v. Beethowen
Frage
Frage?
wie wird es denn gehen, wenn ich mich entferne, u. zwar aus den österreichischen Ländern mit dem Lebenszeichen, wird das von einem nicht österreichischen Orte unterzeichnete Lebenszeichen gelten?3

An Seine Wohlgebohrn Herrn Johann von Kanka Docktor der Rechte in Prag abzugeben auf der Altstadt neben der Teinkirche



1 Das Lebenszeugnis auf der beigelegten Quittung für die fürstlich Kinskysche Hauptkasse in Prag ist mit dem 29.3.1817 datiert. Der Brief wurde bald danach geschrieben und abgeschickt, denn Kanka hat Beethovens Gehalt bei der fürstlich Kinskyschen Hauptkasse in Prag bereits am 8.4.1817 erhoben.

2 Kanka fungierte auf Beethovens Bitte als Kurator des Johann Lamatsch in der Verlassenschaftsabhandlung des Johann Paul Lamatsch aus Retz, s. Brief 1019 vom 28.12.1816 an Kanka.

3 Beethoven plante eine Reise nach England.


© 1998 G. Henle Verlag, München