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Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1160. Beethoven an Hans Georg Nägeli in Zürich

[Wien, 19. August 1817]1

Euer wohlgebohrn!

Obschon sich Kunst u. Kunst Künstler u. Künstler auch getrennt immer begegnen, so glaube ich doch eben diese Gelegenheit zu ergreifen, um sie an unser älteres Verhältniß zu erinnern,2 u. da ich nicht glaube, etwas begangen zu haben, was sie von mir zurückgezogen oder gar abgeschrekt hätte, so glaube ich doch die Gelegenheit die sich mir in einem meiner Freunde H.[errn] v. Bihler (auf reisen mit seinem Zöglinge Puthon) darbietet, nicht vorbeygehn zu laßen, um dadurch zu erfahren, ob <sich> wirklich mehr Anziehung als Abstoßung in Ansehung meiner in ihnen rege ist, sollte das erstere seyn, so bitte ich sie recht sehr, den überbringer dieses auf das Beste zu empfangen u. ihm freundlich zu begegnen, sollten sie ein Theil ihrer schweizerischen Musikalischen Geister hervorrufen wollen, um ihn von allen seiten durch Natur u. Kunst in ihrem Lande trunken zu machen, so werde ich mit vergnügen die Erzählung meines Freundes davon erwart[en]* indem ich sie mit vergnügen meiner Hochachtung versichere, wünsche ich, daß sie sich ebenfalls meiner gern erinnern.

ihr ergebenster
ludwig van Beethowen

An Seine wohlgebohrn H.[errn] v. Nägeli sehr Berühmter Tonsezer u. Gelehrter. in Zürich.



1 Der vorliegende Brief ist wie Brief 1159 ein Empfehlungsschreiben für Johann Bihler und dessen Zögling Puthon anläßlich einer Kavaliersreise in die Schweiz. Er wurde daher wohl am selben Tag geschrieben.

2 Nägeli hatte 1803 und 1804 in seiner Reihe Répertoire des Clavecinistes die Sonaten op. 31 herausgebracht. Beethoven war mit dieser Ausgabe sehr unzufrieden und veranlaßte daher eine korrekte Ausgabe bei Simrock.


© 1998 G. Henle Verlag, München