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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1190. Beethoven an Nannette Streicher

[Nußdorf,] Montags am 13-ten Oktober 1817

Gern mögte ich ihnen schreiben, wie ich hier noch einige Ruhige Täge zugebracht habe, allein umsonst – ich soll den Bittren Kelch aller Arten Leiden austrinken, wenn Es mir damit einmal geendigt würde – wahrscheinlich verliere ich eine Summe von 800 fl., durch einen schlechten Advokaten u. einen noch schlechtern MeineidischenSchein Freund1 – denn der Schein ist ja schon durch die Regierung gestempelt!2 – ich bitte sie nur heute der Jungfer Trudel3 unserer Haußhaltung halterin zu wissen zu machen, daß ich morgen schon ganz von hier einziehe,4 daß sie also sicher zu Hause ist, wir5 werden gegen Mittag Zeit eintreffen – sollten sie finden, daß es der Mühe werth ist die <Vorhän> Thür u. die Vorhänge zu nehmen, so will ich sie nehmen, jedoch um so wenig als möglich. – geben sie mir nur einige Zeilen Antwort, damit ich sicher weiß, daß die Haüßhälterinmich morgen erwartet. leben sie wohl [w]erthe* Freundin

ihr Fre[und Beethowen]*
An die Frau v. Streicher. Ungargaße



1 Es ist nicht bekannt, um welchen Rechtsstreit es sich handelt. MacArdle/ Misch (Brief Nr. 225) denken an die Auseinandersetzungen mit Johann Nepomuk Mälzel, die aber zu diesem Zeitpunkt längst beendet gewesen sind. Möglicherweise geht es um die rückständigen Unterhaltszahlungen der Johanna van Beethoven für ihren Sohn Karl, s. auch Brief 1193 an Giannattasio. Mit dem Advokaten könnte Dr. Adlersburg gemeint sein.

2 Offenbar ist ein Dokument gemeint, das auf einen sogenannten Stempelbogen ausgefertigt worden war.

3 Beethovens erste Haushälterin hieß " Nany". Sie trat im Oktober 1817 in seine Dienste. "Jungfer Trudel" ist möglicherweise eine Angestellte Nannette Streichers.

4 Gemeint ist der Einzug in die neue Wohnung in der Gärtnergasse, Vorstadt Landstraße Nr. 26.

5 Wahrscheinlich Beethoven und sein Neffe Karl, der bis Ende Oktober Schulferien hatte, s. Brief 1132 vom 19.6.1817 an die Gräfin Erdödy.


© 1998 G. Henle Verlag, München