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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1240. Beethoven an Nannette Streicher

[Wien, Anfang Februar 1818]1

An die Frau v. Streicher. Aus Beyfolgendem2 ersehen Sie die Lage der Sache – da ihr Herr Vetter von Krakau schon so gut sein will, so dürfte er nur nach dem Hr. Hofrath Anders3 auf der Hauptmauth fragen, der ihm auskunft geben wird u. von mir viele Empfehlungen an ihn machen, da seine schöne Tochter4 ebenfalls musikal. ist. Es handelt sich hauptsächlich darum daß man an die Hauptmauth inTriest5 von der hiesigen einen Befehl hinschicken kann, daß selbe dieses Instrument hieher verabfolgen lassen, sobald ich diesen Befehl von der hiesigenHauptmauthhabe, übergebe ich ihn anHenikstein u. Compagnie, welche damit beauftragt sind, das Instrument zu besorgen.

in Eil Ihr Freund
Beethoven.



1 Der Brief ist in Zusammenhang mit Beethovens Schreiben vom 3.2.1818 an Thomas Broadwood (Brief 1242), einem entsprechenden Schreiben Giuseppe Antonio Bridis an ebendenselben vom 5.2.1818 (Brief 1243) und Beethovens Brief an Graf Lichnowsky (Brief 1238) zu sehen. Er dürfte in derselben Zeit geschrieben worden sein.

2 Möglicherweise der verschollene Brief 1217 vom 3.1.1818 von Broadwood an Beethoven.

3 Bernhard Joseph Johann von Anders, Ritter von Porodim (1753 – um 1828), 1818 Administrator in der " k.k. Zollgefälle-Administration in Österreich unter der Enns" auf dem alten Fleischmarkt Nr. 709 (Hauptmautgebäude). Anders wohnte auch im Hauptmautgebäude.

4 Vermutlich Julie von Anders, die im Jahr 1814 als Altistin unter den ausübenden Mitgliedern der Gesellschaft der Musikfreunde verzeichnet ist.

5 Thomas Broadwood hatte Ende Dezember 1817 für Beethoven einen Flügel verschickt. Das Instrument sollte zunächst auf dem Seeweg nach Triest und von dort durch Giuseppe Antonio Bridi nach Wien transportiert werden. Broadwood informierte Beethoven am 3.1.1818 (Brief 1217), der sofort um eine zollfreie Einfuhr und einen gebührenfreien Transport besorgt war. Das Instrument ist anscheinend erst Anfang Juni 1818 in Wien eingetroffen. Die Wiener Zeitung berichtet am 8.6.1818 (Nr. 128, S. 509):

"Herr Ludwig van Beethoven, dem nicht nur Oesterreich, sondern auch das Ausland durch Anerkennung seines hohen, weit umfassenden musikalischen Genies huldigt, erhielt zu London von einem seiner dortigen Verehrer ein sehr seltenes und kostbares Pianoforte zum Geschenke, welches demselben frachtfrey dis [sic] nach Wien geliefert ward.Mit besonderer Liberalität erließ die k.k. allgemeine Hofkammer den Eintrittszoll, dem sonst fremde musikalische Instrumente unterliegen, und gab dadurch wieder den schönen, für die Künste erfreulichen Beweis, wie sehr man befließen sey, in eben dem Maße so seltene Verdienste des Genies durch humane Werthschätzung zu ermuntern."

© 1998 G. Henle Verlag, München