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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1276. Beethoven an Cajetan Giannattasio del Rio

[Wien, zwischen Dezember 1818 und 22. Juni 1819]1

Ich habe ihren Brief2 erst gestern zu Hause recht gelesen, ich bin bereit Karl zu jeder Stunde zu ihnen hinzugeben, nur glaube ich bis Montag nach der Prüfung sollte es erst geschehen, jedoch auch früher sobald sie es für gut finden, <werde>übrigens wird es später gewiß am besten seyn, ihn von hier weg nach Mölk oder anderwärts hin zugeben,3 er hört, er sieht nichts mehr von seiner bestialischen Mutter u. alles fremd um ihn her, finde[t]* er weniger stüze u. kann nur durch seinen eigenen Werth sich liebe und Achtung erwerben. –

in Eil Ihr
Beethoven
für Seine wohlgebohrn H. v. Giannattasio del Rio



1 Die lateinische Form der Unterschrift läßt darauf schließen, daß der Brief nach 1817 geschrieben wurde. Er ist demnach nicht auf den Eintritt des Neffen in das Erziehungsinstitut Giannattasio am 2.2.1816 zu beziehen, sondern auf einen späteren Versuch Beethovens, diesen nach seinem Ausscheiden im Januar 1818 erneut dort unterzubringen. Am ehesten ist hierfür der Zeitraum nach dem Austritt aus dem Universitätsgymnasium, Dezember 1818, bis zur Aufnahme bei Blöchlinger, 22.6.1819, anzunehmen.

2 Nicht erhalten.

3 Beethoven bemühte sich 1819, den Neffen im Erziehungsinstitut Johann Michael Sailers in Landshut unterzubringen, s. Brief 1289 von Antonie Brentano an Sailer vom 22.2.1819. Der Versuch scheiterte am Widerspruch des Wiener Magistrats als Obervormundschaftsbehörde. Im Herbst desselben Jahres erwog Beethoven, den Neffen nach Salzburg zu schaffen, s. Brief 1340 und 1353 .


© 1998 G. Henle Verlag, München