Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
1287. Beethoven an Franz Tschischka1
[Wien, um den 1. Februar 1819]2
1 Franz Tschischka (1786 – 1855) war Registraturbeamter und seit 1828 Direktor von Registratur und Archiv des Magistrats der Stadt Wien, s. HSS 1818, I, S. 681 und HSS 1819, I, S. 659. Anderson (Nr. 937) gibt Johann Baptist Bach als Adressaten an, der jedoch erst im Herbst 1819 die Rechtsvertretung Beethovens übernahm, s. die Briefe 1348 und 1349 vom 27.10.1819.
2 Der Brief steht im Zusammenhang mit Beethovens Eingabe (Brief 1286) an den Magistrat.
3 Die Eingabe an den Magistrat vom 1.2.1819, Brief 1286 .
4 Beethoven bezieht sich auf die Vorwürfe, die Jacob Hotschevar in seinem Gutachten vom 11.12.1818 zu Johanna van Beethovens Gesuch an die Landrechte vom 10.12.1818 erhoben hatte (TDR IV, S. 546): "Der Knabe Carl v. Beethofen ist nemlich physisch nicht wohl erzogen; hat gefrörte Hände und Füße, hat keinen winterlichen Anzug; scheinet in der Wäsche durch ganze Wochen nicht zu wechseln; zum Schnupftuche muß oft ein Bogen Fließpapier dienen und da der Herr Ludwig v. Beethofen ledig ist, scheint überhaupt an Reinigung der Wäsche und des Körpers wenig gedacht zu sein."
5 Ursprüngliche Wortfolge: "hervorwachsen für meinen Neffen" ; Umstellung durch Bezifferung.
6 Beethovens Eingabe an den Magistrat vom 1.2.1819 (Brief 1286) ist eigenhändig geschrieben.