Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
1301. Beethoven an die Philharmonische Gesellschaft in Laibach1
[Wien, 4. Mai 1819]
1 Die Philharmonische Gesellschaft in Laibach geht auf die 1701 gegründete Academia Philharmonicorum Labacensis zurück und wurde unter ihrem Namen 1794 ins Leben gerufen. Sie widmete sich vor allem der zeitgenössischen Wiener Orchestermusik. Bereits 1808 hatte sie den Versuch unternommen, Beethoven als Ehrenmitglied zu gewinnen (Keesbacher a.a.O., S. 49f.). 1816 eröffnete sie eine Musikschule, bei der sich Franz Schubert vergeblich als Lehrer bewarb. Die Gesellschaft wurde nach 1918 aufgelöst.
2 Das Dokument hat den folgenden Wortlaut:
3 Keesbacher vermutet (a.a.O., S. 51f.), daß Beethoven anstelle eines unveröffentlichten Werkes eine überprüfte Partitur-Abschrift von op. 68 geschickt habe. Die aus der Sammlung der Philharmonischen Gesellschaft stammende Handschrift befindet sich heute in der Universitätsbibliothek Ljubljana (MZ 1765/1955). Sie wurde bei der Uraufführung des Werkes am 22.12.1808 in Wien verwendet und stellt eine der wichtigsten Quellen zur Pastoralsymphonie dar. Vielleicht gelangte die Handschrift schon früher, etwa bei dem ersten, fehlgeschlagenen Versuch der Ernennung Beethovens zum Ehrenmitglied, in den Besitz der Gesellschaft. Ebenfalls aus den Musikalienbeständen der Laibacher Philharmonischen Gesellschaft stammt eine Partiturabschrift des Fidelio (Ljubljana, Universitätsbibliothek, Muz D 195/1950), die auf dem Titelblatt mit " No 12" bezeichnet ist. (Die Aufschrift Partitur zur Oper Fidelio von Beethoven ist aus neuerer Zeit.) Auch sie könnte das versprochene "noch nicht öffentlich erschienene Werk" darstellen.