Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
1306. Beethoven an Joseph Karl Bernard
[Mödling, wohl 9. Juni 1819]1
1 Es ist davon auszugehen, daß Beethoven den Entwurf zu einer Bittschrift, um den er Bernard am 6.6.1819 gebeten hatte (Brief 1305), wie geplant Erzherzog Rudolph am Dienstag, dem 8.6.1819, vorgelegt hat. Der vorliegende Brief wurde wohl unmittelbar danach, am 9.6.1819, geschrieben.
2 Eine Anspielung auf Bernards Verhältnis mit der Schauspielerin Caroline (eigentlich Maria Anna Magdalena) Willmann (1796 – 1860), s. BKh 1, S. 62 und 125. Beethoven war mit der Musikerfamilie Willmann, von der mehrere Mitglieder in kurkölnischen Diensten gestanden waren, schon in Bonner Zeit bekannt.
3 Die Bittschrift an den Erzherzog Ludwig um Erteilung eines Passes zur Ausreise des Neffen nach Bayern (Landshut), vgl. Brief 1305 .
4 "Auch ich bin Maler", angeblich ein Ausspruch Antonio Allegris (Correggio) bei Anblick eines Gemäldes von Raffael.
5 Weder Entwurf noch Reinschrift der Bittschrift sind erhalten.
6 Siehe auch Brief 1300 .
7 Die Stadthauptmannschaft hatte am 23.4.1819 den Magistrat als Obervormundschaft um Stellungnahme zu Beethovens Gesuch um Erteilung eines Reisepasses für seinen Neffen ersucht. Der Magistrat hatte daraufhin am 24.4.1819 die Mutter, Johanna van Beethoven, vorgeladen. Ihre Protestschrift gegen die Verbringung ihres Sohnes ins Ausland wurde der ablehnenden Note des Referenten Franz Xaver Piuk vom 7.5.1819 an die Stadthauptmannschaft beigelegt (Wien, Stadt- und Landesarchiv, Hauptarchiv-Akten, Persönlichkeiten, B 14, fol. 76 – 77 und 82 – 86).
8 Dr. Johann Michael Schönauer.
9 Siehe Brief 1286 .
10 Bernard interessierte sich für die Stelle eines Bibliothekars bei Erzherzog Rudolph, s. BKh 1, S. 76 und Brief 1345 vom 15.10.1819 (nach Baumeisters Tod).