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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1329. Beethoven an Joseph Karl Bernard

[Mödling, Ende August/Anfang September 1819]1

werther Freund

Ich melde ihnen nur, daß es mit Karls Nachts Ausbleiben nichts als Gewäsch war,2 Es wird ihn aber sich hüthen machen, indem er Sieht, wie ein leichtfertiges Betragen solche Nachttheilige auch lügenhafte Reden nach sich zieht – ich habe kein Papier daher kurz – ich hoffe noch das beste – Schweigen ist nöthig3 – Sie können mich anmelden, man wird mich höfisch empfangen,4 ich frag auch darnach nichts
eiligst ihr Beethov
Hr. v Bernard wohlgebohrn



1 Das Schreiben steht im Zusammenhang mit Beethovens Gesuch an Erzherzog Ludwig um Ausreisegenehmigung für den Neffen. Der am 19.8.1819 (Brief 1321) entworfene Nachtrag ist offenbar fertiggestellt und zur Überreichung bereit, was in dem einige Tage nach dem 19.8.1819 geschriebenen Brief 1322 noch nicht der Fall war. Als Datierung ist daher Ende August oder Anfang September 1819 anzunehmen.

2 Am Ende von Brief 1322 argwöhnt Beethoven, daß Blöchlinger dem Neffen freien Ausgang gestatte. Vielleicht war ihm ein solches Gerücht ("Gewäsch") zugetragen worden.

3 Vgl. die ähnliche Verpflichtung zum Stillschweigen über die Eingabe an Erzherzog Ludwig am Ende von Brief 1322 .

4 Vielleicht ist eine Audienz bei Erzherzog Ludwig zur Überreichung von Beethovens neuerlichem Gesuch gemeint.


© 1998 G. Henle Verlag, München