Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
1337a. Der Wiener kaufmännische Verein an Beethoven
[Wien, 1. Oktober 1819]
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In seinem Artikel Neue Beethovenstudien in: Deutsche Kunst- und Musik-Zeitung 12 (1895), S. 18, berichtet Theodor von Frimmel: " Franz Trau's Sammlung enthält die Belege für die Ernennung Beethoven's zum Ehrenmitgliede des kaufmännischen Vereines in Wien. Auch diese Angelegenheit war bisher nur im engsten Kreise bekannt. Die erwähnten Belege bestehen in einem Decret des genannten Vereines und in einer Einladungskarte zum Besuche des Vereins. Das zum Theil gedruckte, zum Theil geschriebene Decret trägt das Datum: 'Wien, den 1. Oktober 1819' und die gestochene Eintrittskarte mit handschriftlich eingefügten Namen datirt vom 3. Oktober desselben Jahres. Als Directoren haben sich unterzeichnet: ' Jos. R.[itter] v. Henikstein' und ' J. v. Wayna'. Als Adresse des Vereines ist auf der Rückseite der Karte handschriftlich vermerkt: 'Bauernmarkt im fürstl. Lichtensteinischen Hause Nr. 626, im 1. Stock'."
Der kaufmännische Verein ist erst im Jahre 1819 gegründet worden. Seine ordentlichen Mitglieder hatten dem Wiener Handelsstand anzugehören. Ziel waren gemeinsame Zusammenkünfte, "theils um sich über ihre Geschäfte zu besprechen, theils in gewählter Gesellschaft sich zu unterhalten, und den Fremden dieses Standes die gewünschten Bekanntschaften zu erleichtern" . Als Ehrenmitglieder konnten Staatsbeamte, Gelehrte und Künstler aufgenommen werden. Die Unterhaltungen bestanden in "freundschaftlichen Gesprächen, im Genuß erlaubter Spiele, in der Lectüre von Zeitungen und Zeitschriften, in Erfrischungen und Gastmälern, die ein eigener Traiteur" besorgte, s. u.a. Johann Pezzl, Beschreibung von Wien , Wien 71826, S. 613.