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Editorische Zeichen in den Brieftexten

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  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1340. Beethoven an Joseph Karl Bernard

Mödling am 10ten 8 ber [1819]1

Lieber Bernardus non Schalter Grafiken einbinden
Ich bitte also da sie Mittewoche2 kommen wollen, Karl mit zubringen, laßen sie ihn doch seinen Mantel mitnehmen, da es Abends schon kühle wird – wegen salzburg glaube ich, am besten sey es, daß der Verschwiegenheit wegen ich K.[arl] selbst hinbrächte, nur kann dieses vor anfangs November nicht seyn, ich glaube, daß er leicht<,> das jenige, was dort in der schule gelehrt<,> wird, dort einhohlen kann, wir haben aber noch vorher erst auszumachen, daß die Mutter nicht hin kann, Gastein3 ist deswegen auch ein Anstoß – u. dann die schule?! wie wenn er sich wieder Wie bey der Universität4 betragen würde
Vieleicht könnte man auch einen Paß auf unß Drey w.5 K.[arl] u. mich machen laßen, u. ich bliebe hernach hier, so brauchten wir erst nicht wieder die Ober Hinterschaft6 anzugehen, u. erreichten doch unsern Zweck.
Was glauben Sie, sie können mir dieses Mittewoch <auf>in einem Augenblik, wo wir K. bey w. laßen, sagen – Blöchlinger hat noch einen Mantelsack da, ich bitte, bringen sie mir diesen mit, da ich nun bald von hier mich gedenke weg zu begeben – mit meiner Wohnung, die ich verlaße,7 geht es sehr gemächlich, ich kann alles da laßen noch nach der Auszieh-Zeit – nun handelt es sich noch, daß die Wohnung ausgemalt wird, für die Augen würde Hell Grün am besten seyn, wird aber wohl viel kosten, obschon ohne alle Ziehrahten, sie würden mir eine große Gefälligkeit erzeigen, wenn sie sähen, ob der besizer meiner künftigen wohnung8 schon ausgezogen? bis 13ten dieses zur Mittagszeit muß er schon ganz geraümt haben, man könnte früher schon<,> die Zimmer mahlen, damit sie bald trocknen, verstehen sie sich nicht darauf, so fragen sie bey Steiner im pater noster gäßel,9 Es braucht aber Eile – Eile – Eile nicht mit weile – von K. noch keine Zeile also böser wille, wie gesagt, das empfangene Pestgift der Fr. M.[utter] währen[d] Tuscher[s] Hinter schaft stekt noch tief. – unterdeßen werde ich ihn Mittewoche doch zu packen wissen, so, daß er wohl bald wieder zu sich kommen wird. – also ich erwarte sie u. weißenbach mit K. gewiß, die Auslage des Fiackers werde ich ihnen nebst den Weggelder gleich hier vergüten, Leben sie wohl.
Eiligst der Ihrige



1 Die Jahreszahl ergibt sich aus inneren Gründen.

2 13.10.1819.

3 Ein beliebter Badeort mit warmen Heilquellen in einem Seitental der Salzach. Die Nähe zu Salzburg mochte einer der Beweggründe sein, den Neffen in einer Salzburger Schule unterzubringen.

4 Karl van Beethoven hatte im November und Dezember die dritte Grammatikalklasse des Akademischen Gymnasiums besucht. Das Gymnasium war der Universität angeschlossen.

5 Aloys Weißenbach; auf ihn mag der Plan zurückgehen, den Neffen in Salzburg erziehen zu lassen, s. seinen Brief vom 15.11.1819 (Brief 1353).

6 Der Magistrat der Stadt Wien. Er mußte als Vormundschaftsbehörde vor Erteilung eines Passes zur Ausreise des Mündels gehört werden. Mit seinem Vorschlag versuchte Beethoven anscheinend, die Bestimmungen zu umgehen.

7 Gemeint ist die Stadtwohnung in der Vorstadt Landstraße Nr. 26, Gärtnergasse.

8 Josephstädter Glacis, Vorstadt Josephstadt Nr. 5 neben dem Palais Auersperg im sogenannten " Fingerlinschen Haus", dem Haus "Zur goldenen Birne". Beethoven zog Ende Oktober 1819 ein.

9 Steiner war Beethoven wie früher schon beim Umzug behilflich, s. Brief 1343 .


© 1998 G. Henle Verlag, München