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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1355. Beethoven an den Magistrat der Stadt Wien

[Wien, 20. November 1819]1

Löblicher Magistrat!

Mittelst des instruirten Gesuches A2 langte ich um Uibertragung der Vormundschaft über meinen Neffen Carl van Bethovn an, wurde aber auf eine frühere Erledigung gewiesen.3
Nicht nur daß sich die Umstände änderten, und mir hiermit Zeit übrig lassen diese aus den Testamente des Vaters und aus Gesetze gebührende Vormundschaft4 wider zu übernehmen, so erklärte mir der dermahlige Vormund Hr Stadtse quester Nußböck, daß er eben so wenig ent[ge]gen seye, als daß der Beitrag zu den Unterhalts und Erziehungskosten meines Neffens höchst dringend sey,5 denn ich künftig zu leisten auf mich nehme.
Um nun dießfalls die zwekmassige Ordnung zu treffen bitte ich:
Ein löbl Magistrat geruhe eine unverzügliche Tagsatzung anzuordnen.

Ludwig van Bethovn

Magistrat!
Ludwig van Beethovn Kapelmeister bey Sr kais. Hochheit Erzherzog Rudolph u Compositeur im Blumenstöckel neben dem Zeitungs comptoir6
Um Tagsatzungsanordnung wegen Uibertragung der Vormundschaft über den m Carl van Beethovn mit Zuziehung des Stadtse quester Hrn Nußböck. Dor Bach



1 Datierung entsprechend Eingangsvermerk.

2 Brief 1350 vom 30.10.1819.

3 Gemeint ist der Entscheid des Magistrats vom 4.11.1819, Brief 1351 . Dort wurde auf den abschlägigen Bescheid vom 17.9.1819 verwiesen, Brief 1311 .

4 Beethoven hebt wie in Brief 1350 auf § 198 des bürgerlichen Gesetzbuches ab.

5 Auf dieses Gespräch kommt Beethoven in seinem Entwurf zu einer Denkschrift an das Appellationsgericht vom 18.2.1820 zurück.

6 Zu dieser Absenderangabe vgl. Brief 1350 Anm. 11.

7 Caspar Kühtreiber, Gerichtsdiener in der Kanzlei des Magistrats (Senatsabteilung in bürgerl. Rechtssachen), HSS 1819, I, S. 662.


© 1998 G. Henle Verlag, München