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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1379. Beethoven an Carlo Boldrini1

[Wien, 8. April 1820]2

Sehr Bester Falstaff!

Ich ersuche höflichst mir ein Exemplar von jedem der2 Werke mit Variationen für Klawier u. Flöte3zu schicken – die Quittung anbelangend so werden sie selbe morgen erhalten, u. bitte deshalb um die gehörige Beförderung, Hr. Artaria4 laße ich mich emphelen, u. zugleich für sein gütiges Zuvorkommen in Ansehung des Vorschußes bedanken, indem ich schon meine auswärtigen Gelder erhalten habe,5 u. daher jezt nichts bedarf. – lebt wohl Ritter Falstaff seyd Nicht zu liderlich, leßt das Evangelium u. bekehrt euch –

wir sind übrigens euch bestens zugethan. –
Beethoven .
An Ritter John Falstaff – abzugeben bey Hr. Artaria et Compag.



1 Carlo Boldrini (1779 – 1850), ein Neffe des Firmengründers Carlo Artaria, seit 1801 in Wien, 1821 – 1824 öffentlicher Gesellschafter der Firma Artaria & Comp. Beethoven bezeichnete ihn wie den Geiger Ignaz Schuppanzigh wegen seiner Leibesfülle häufig als " Falstaff".

2 Datierung entsprechend Empfangsvermerk.

3 Die beiden Hefte der 1819 bei Artaria & Comp. erschienenen Variationen op. 105. Ursprüngliche Wortfolge: "für Klawier u. Flöte mit Variationen" , Umstellung durch Bezifferung.

4 Domenico Artaria (1775 – 1842), Boldrinis Kompagnon.

5 Vielleicht meint Beethoven sein Halbjahresgehalt von der fürstlich Kinskyschen Hauptkasse in Prag. Er rechnete außerdem damit, bald das Honorar für die Variationen op. 107 von Simrock zu erhalten. Das auf zwei Bankaktien aufgenommene Darlehen sollte am Fälligkeitstag (18.4.1820) noch nicht zurückgezahlt, sondern verlängert werden, vgl. BKh 2, S. 47.


© 1998 G. Henle Verlag, München