Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
1379. Beethoven an Carlo Boldrini1
[Wien, 8. April 1820]2
1 Carlo Boldrini (1779 – 1850), ein Neffe des Firmengründers Carlo Artaria, seit 1801 in Wien, 1821 – 1824 öffentlicher Gesellschafter der Firma Artaria & Comp. Beethoven bezeichnete ihn wie den Geiger Ignaz Schuppanzigh wegen seiner Leibesfülle häufig als " Falstaff".
2 Datierung entsprechend Empfangsvermerk.
3 Die beiden Hefte der 1819 bei Artaria & Comp. erschienenen Variationen op. 105. Ursprüngliche Wortfolge: "für Klawier u. Flöte mit Variationen" , Umstellung durch Bezifferung.
4 Domenico Artaria (1775 – 1842), Boldrinis Kompagnon.
5 Vielleicht meint Beethoven sein Halbjahresgehalt von der fürstlich Kinskyschen Hauptkasse in Prag. Er rechnete außerdem damit, bald das Honorar für die Variationen op. 107 von Simrock zu erhalten. Das auf zwei Bankaktien aufgenommene Darlehen sollte am Fälligkeitstag (18.4.1820) noch nicht zurückgezahlt, sondern verlängert werden, vgl. BKh 2, S. 47.