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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1389. Beethoven an Sigmund Anton Steiner

[Wien, Ende April 1820]1

Werther Steiner!

Ich wünschte wirklich, daß sie die 3 overturen2 herausgäben, ich will alles da- zu beytragen, um selbes zu befördern vorwärts – auch die Schottischen lieder würden sie jezt von Ruprec [h] t bald erhalten können,3 <u.>deren <selbe> herausgabe ich sehr wünschte, damit ich die Fortsezung davon4 ebenfalls an's Tags licht bringen könnte. –
Nächstens erhalten sie ein Musikal. Interesse,5 u. für die übrige baldige gänzliche Befriedigung von ihrer Seite sorge ich täglich, u. darf hoffen, selbe baldigst zu bewerkstelligen6ihrenUnteroffizier könnten sie mir gefälligst morgen vormittag jedoch sehr früh um 7 oder 8 uhr schicken, da ich [ihn] zur Reserve nach M.[ödling] anstellen mögte.7

ich sehe sie bald. – bleiben sie gut ihrem Freunde

Beethoven .



1 Der Brief bezieht sich u.a. auf Beethovens Umzug nach Mödling, der für Ende April bzw. 1.5.1820 geplant war, s. Brief 1387 . Haslingers Vermerk und ein Gespräch Beethovens mit Oliva um den 29.4.1820 bestätigen die Datierung, s. Anm. 7.

2 Op. 115 und die Ouvertüren zu op. 113 und op. 117. Beethoven hatte diese Werke Steiner bereits 1815 verkauft.

3 Beethoven hatte im März 1817 eine Anzahl von Volksliedbearbeitungen an Steiner verkauft, die zuvor von Thomson in seinen irischen Liedersammlungen veröffentlicht worden waren. Johann Baptist Rupprecht sollte die deutschen Übersetzungen dazu besorgen, arbeitete aber nur sehr schleppend daran, vgl. Brief 1103 und 1110 . Beethoven hatte die Hoffnung, daß Rupprecht, nach beruflichem Mißgeschick verarmt, nunmehr eher in der Lage und willens sei, die angefangene Arbeit zu erledigen, vgl. BKh 2, S. 37 (ein Gespräch mit Oliva um den 6.4.1820).

4 Op. 108.

5 Ein musikalisches Geschenk an Steiner in dieser Zeit ist nicht bekannt.

6 Beethoven war bei Steiner hoch verschuldet, s. Brief 1422 vom 29.12.1820. Die Rückzahlung der aufgenommenen Darlehen erstreckte sich bis ins Jahr 1824.

7 Beethoven folgt mit dieser Bitte einem Rat Olivas, den dieser um den 29.4.1820 gegeben hat: "Wenn Sie den Menschen von Steiner haben könnten wäre beßer" , s. BKh 2, S. 111. Beethoven zog wahrscheinlich erst am 12.5.1820 nach Mödling, vgl. Olivas Aufzeichnungen von Anfang Mai 1820 in BKh 2, S. 131f. (Bl. 48v und 51v).


© 1998 G. Henle Verlag, München