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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1392. Beethoven an Nikolaus Simrock in Bonn

[Wien, 24. Mai 1820]

Mein werther Hr. Simrock !

Sie werden Hoffentlich den Brief erhalten haben, den ich ihnen von hier aus Unter der Adresse, welche sie mir ange<ben>geben, nach Frankfurt schickte,1 jedoch zeigte ich in einem Einschlag an, daß Im Falle sie Frankfurt verlassen hätten, man ihnen meinen Brief nachschicken sollte,2 ich meldete ihnen schon in eben diesem Brief, daß ich ihnen statt 8 10 werke Variationen geschickt,3 jedoch keine Vermehrung des Honorars verlange, auch daß ich das Recepisse von der richtigen Aufgabe dieses Manuscripts an Hr. Franz Brentano in Frankfurt geschickt, so wie auch an selben das Manuscript selbst hier auf der Post aufgegeben sey worden,4 ich glaubte dadurch die Sache zu verkürzen, nemlich: durch die Zustellung des Manus. an selben, so wie, daß sie selbem das Honorar dafür einhändigten5 – Es liegt nun da u. zwar schon geraume Zeit, indem es schon ein Monath ist, daß selbes abgeschickt worden, – ich wünsche nun, daß sie sich sogleich an Hr. Franz Brentano in Frankfurt wenden, u. diese<s> < Manuscript >ganze Sache berichtigen –
Meine Zeit ist zu kurz, um ihnen sonst noch was zu sagen, als daß ich ihnen, wie Sie verlangten, nur die Variationen geschickt, die lieder aber schon anderswo verschachert habe,6 obschon ich ihnen sage, daß Sie <mit>von unrichtigen Ansichten bey dieser Sache ausgegangen sind –

in Eil ihr Freund
Beethoven .
ich bitte um baldige Berichtigung –
Vien am 24ten May 1820



1 Brief 1384 vom 23.4.1820.

2 Der Umschlag ("Einschlag") ist nicht erhalten.

3 Eine Abschrift von op. 107.

4 Am 22.4.1820.

5 Beethoven hoffte offenbar, daß das Honorar noch vor Eintreffen des Manuskripts sofort nach Vorlage des Einlieferungsscheins angewiesen würde, vgl. die Gesprächsnotizen Olivas in BKh 2, S. 88f.

6 Die Volksliedbearbeitungen op. 108 verkaufte Beethoven an A.M. Schlesinger in Berlin.


© 1998 G. Henle Verlag, München