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Editorische Zeichen in den Brieftexten

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  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1403. Beethoven an Nikolaus Simrock in Bonn

Vien am 5-ten aug 1820

Mein lieber Alt Papa!

Ich komme so eben vom Lande herein, u. beantworte ihr leztes Schreiben, sehr beschäftigt, mein gnädigster Herr Cardinal ist auch hier,1 geht es etwas toll zu – bleiben Sie nur be[y]* dem angezeigte No bey der Herausgabe der Variationen,2 Es sollten zwar einige Nachfolgende Werke in meiner Nähe schon erschienen seyn,3 Welches aber durch Umstände verhindert ward, wie bey d.g. öfter statthat, ich habe aber schon andere Nummern angegeben, damit sie durchaus nicht aufgehalten werden – die schrift über das Eigenthums Recht langt mit der Meße an in Frankfurt, seyn sie übrigens deswegen unbesorgt.4
wegen der Herausgabe sämtlicher Werke von mir glauben wir hier, daß es gut sey, zu jeder Gattung von Komposition noch ein neues werk hinzuzufügen – z.B. zu den Variationen ein neues werk dieser Art zu den Sonaten eben etc – etc – sobald sie <un[sere]*> d[ie]* ganze übersicht unserer Meynung hierin erhalten werden, so werden sie schon unß ihre Ansichten hierüber am füglichsten eröfnen können. – <wie> Was ihre mir antragenden Pa [r] tituren für meinen Karl anbelangt,5 so werde ich schon zu Zeit davon Gebrauch wißen zu machen mit Dank – wo ich ihnen in manchen dienen kann, werden sie mich immer bereitfinden – ich <habe>hege die Hoffnung Vieleicht künftiges Jahr meinen vaterländischen Boden betreten zu können, u. die Gräber meiner Eltern zu besuchen. – alles Schöne u. Gute ihrer Haußfrau u. Familie. –

in Eil ihr Freund
Beethoven

Nb : bey Briefen an mich bleiben Sie nur immer bey der bisherigen Überschrift

Wien
An Herrn Herrn N. Simrock Kunsthändler in Bonn. am Nieder Rhein.



1 Vgl. Brief 1402 vom 3.8.1820.

2 Beethoven hatte die Opuszahl zu den Variationen op. 107 zusammen mit dem Eigentumsschein und dem Manuskript der Missa solemnis abschicken wollen, s. Brief 1400 vom 23.7.1820. In Simrocks Ausgabe von op. 107 (September 1820) ist die Opuszahl offengelassen.

3 Wahrscheinlich sind die schon vor Jahren an Steiner verkauften Werke op. 112, op. 113, op. 115, op. 116 und op. 117 gemeint.

4 Beethoven hat die Absendung der Missa solemnis, die erst 1822 fertiggestellt war, von Mal zu Mal verschoben, so daß Simrock die Verhandlung schließlich abbrach. Es ist fraglich, ob er den angekündigten Eigentumsschein für op. 107 erhalten hat.

5 Vgl. Brief 1384 vom 23.4.1820.


© 1998 G. Henle Verlag, München