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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1413. Beethoven an Wilhelm Christian Müller1

[Wien, kurz vor dem 26. Oktober 1820]2

Sie Verzeihen schon, daß ich Sie heute nicht erwarten konnte; – Ein Zufall, der mir höchst unangenehm ist, beraubt mich des Vergnügens Sie zu sehen, Vieleicht bleiben sie noch einige Täge, welches ich schon von der Fr. v. Streicher3 erfahren werde, u. dann werde ich mir das Vergnügen, sie <zu>bey mir zu sehn, noch ausbitten –
mein eben Einziehn ist mit daran schuld, wo ich noch mehrere Täge zu thun habe, um in Ordnung zu kommen –

ihr Ergebenster
Beethoven
Für Hr. Professor Müller



1 Dr. phil. Wilhelm Christian Müller (1752 – 1831), Pädagoge und Musikschriftsteller. Nach Theologiestudium in Göttingen und Aufenthalten in Kiel und Altona kam er 1778 als Vorsteher eines Erziehungsinstituts nach Bremen. 1784 wurde er zum Musikdirektor am Bremer Dom und Lehrer an der Domschule ernannt. Nach seiner Pensionierung, 1817, unternahm er mit seiner Tochter Elise (geb. 1782), einer fähigen Pianistin, ausgedehnte Reisen. Auf dem Wege nach Italien traf er am 3.10.1820 in Wien ein (Wiener Zeitung Nr. 228 vom 5.10.1820, S. 911). In seinem Buch Briefe an deutsche Freunde von einer Reise durch Italien ..., Altona 1824, Bd. 1, S. 130ff., schildert er seine Begegnung mit Beethoven.

2 Müllers Bericht, in Form eines Briefes an einen Konferenzrat Gaehler abgefaßt, ist mit dem 26.10.1820 datiert und fußt wahrscheinlich auf Tagebuchaufzeichnungen. Er handelt u.a. von zwei Besuchen bei Beethoven, der in dieser Zeit mit dem Umzug beschäftigt war: "Er ladete uns auf übermorgen zum Kaffee ein, unterdessen er seine übereinanderliegenden Möbeln in Ordnung bringen wollte. Als wir aber wiederkamen, herrschte dasselbe Chaos noch auf den Zimmern." Der vorliegende Brief wurde wahrscheinlich nach dem ersten und vor dem zweiten Besuch Müllers, jedenfalls vor dem 26.10.1820 geschrieben.

3 Nannette Streicher.


© 1998 G. Henle Verlag, München