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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1421. Beethoven an Carlo Boldrini

[Wien, 20. Dezember 1820]1

Lieber Poldrini !

Ich bitte sie recht sehr, die ihnen übertragene Angelegenheit nicht aufzuschieben,2 der Mann ist krank, <wohl>wohnt in der Adlergaße 1-ten Stock bey den 12 aposteln3 . +gegenüber den gräfl. deymischen Hause.+ – sollten sie vieleicht Anstand nehmen die 150 fl. C.M. mir vorzuschießen, so bitte ich mir es lieber anzuzeigen, wo ich alsdenn schon jemanden finden werde, welcher mir diese Gefälligkeit erzeigt, ich nehme ihnen dieses gar nicht übel – Im Falle aber, daß sie mir schon die Gefälligkeit erzeigen wollen, so bitte ich sie die Actie sogleich einzu <kassiren> lösen, die Intereßen sind bezahlt bis 18ten Jenner – allein ich bin nur froh, wenn ich die Actie gleich wieder erhalte, u. achte diesen kleinen Verlust nicht. –
Wegen meiner Besuchskarte erinnere ich Sie ebenfalls – ganz Einfach nemlich: Ludwig van Beethoven4 ich bedarf ihrer zu den Neujahrswünschen, was Sie kostet, werde sogleich abtragen – bitte bitte sich zu eilen, die Actie einzulösen.

ihr Freund
Beethoven .

die Diwidende Zeit ist schon da, wo ich der Acties ebenfalls bedarf, u. mit o.[liva] schon deshalb verdrießlichkeiten gehabt habe,5 Mündlich darüber mehr.

An Seine Wohlgebohrn H.[errn] v. Poldrini



1 Datum entsprechend Empfangsvermerk.

2 Boldrini sollte Beethovens Bankaktie, die er im Dezember 1819 beliehen hatte, beim Darlehensgeber auslösen.

3 Beethovens Adressenangabe ist unstimmig. Das Haus "Zu den zwölf Aposteln" (Nr. 715) liegt in der Hafnergasse, einer Parallelgasse der Adlergasse. Das Deymsche Haus (Nr. 648) dagegen befand sich an den Straßenzügen Rothenturmstraße und Adlergasse. Vielleicht meinte Beethoven das Haus Nr. 720 in der Adlergasse an der Rückfront des Hauses "Zu den zwölf Aposteln". In der angegebenen Wohnung lebte offenbar sein Darlehensgeber. Der Name ist nicht bekannt.

4 Der Name ist von fremder Hand mit Bleistift unterstrichen.

5 Beethoven spielt wahrscheinlich auf einen Vorgang im Juli 1820 an, als Oliva ohne Vorlage der Originale Aktien bei der österreichischen priviligierten Nationalbank liquidieren wollte, s. BKh 2, S. 182.


© 1998 G. Henle Verlag, München