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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1426. Beethoven an Carlo Soliva1 in Mailand

Vienne au mois Fevrier le 9ième 1821

Monsieur!

Vous me pardonnerés, de ne vous pas avoir ecrit plutôt, mais êtant toujours trop occupè – je reçevrai votre Dedication2 avec le plus grand plaisir, et si <vous>je suis en êtat, de vous être utile içi en quelque cas, vous me trouverés toujours prêt –

en Attendant Monsieur je suis votre ami et serviteur
Beethoven
Monsieur [Cha] rles* Soliva a Milan



1 Carlo Evasio Soliva (1792 – 1853), italienischer Komponist, 1816 – 1821 Dirigent an der Mailänder Scala, wo mehrere seiner Opern aufgeführt wurden. 1821 trat er eine Stelle als Gesanglehrer am Konservatorium in Warschau an (s. AMZ 23, Sp. 506, 571 u. 745; AMZ 24, Sp. 274). Auf der Rückreise von einem Aufenthalt in Mailand weilte er vom 29.5. bis zum 2.6.1824 in Wien und besuchte Beethoven (s. Wiener Zeitung Nr. 125 vom 1.6.1824, S. 528, u. Nr. 128 vom 4.6.1824, S. 539; s. auch BKh 6, S. 258f. u. 261f.). Am Abreisetag erhielt er den Kanon "Te solo adoro" WoO 186 als Souvenir und versprach, Beethoven über das Warschauer Musikleben zu informieren. 1837 ging Soliva als Kapellmeister und Direktor der kaiserlichen Gesangschule nach St. Petersburg (s. AMZ 39, Sp. 744) und ließ sich schließlich 1841 in Paris nieder (Sterbedatum, Übersiedlung nach Warschau sowie nach St. Petersburg werden in den Lexika abweichend angegeben).

2 Soliva widmete Beethoven das zweite seiner drei Trios für Klavier, Harfe und Bratsche, s. Brief 1427 . Der Ausgabe (bei Ferdinando Artaria in Mailand) ist ein gedruckter Widmungsbrief vorangestellt (Brief 1427).


© 1998 G. Henle Verlag, München