Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
1426. Beethoven an Carlo Soliva1 in Mailand
Vienne au mois Fevrier le 9ième 1821
1 Carlo Evasio Soliva (1792 – 1853), italienischer Komponist, 1816 – 1821 Dirigent an der Mailänder Scala, wo mehrere seiner Opern aufgeführt wurden. 1821 trat er eine Stelle als Gesanglehrer am Konservatorium in Warschau an (s. AMZ 23, Sp. 506, 571 u. 745; AMZ 24, Sp. 274). Auf der Rückreise von einem Aufenthalt in Mailand weilte er vom 29.5. bis zum 2.6.1824 in Wien und besuchte Beethoven (s. Wiener Zeitung Nr. 125 vom 1.6.1824, S. 528, u. Nr. 128 vom 4.6.1824, S. 539; s. auch BKh 6, S. 258f. u. 261f.). Am Abreisetag erhielt er den Kanon "Te solo adoro" WoO 186 als Souvenir und versprach, Beethoven über das Warschauer Musikleben zu informieren. 1837 ging Soliva als Kapellmeister und Direktor der kaiserlichen Gesangschule nach St. Petersburg (s. AMZ 39, Sp. 744) und ließ sich schließlich 1841 in Paris nieder (Sterbedatum, Übersiedlung nach Warschau sowie nach St. Petersburg werden in den Lexika abweichend angegeben).
2 Soliva widmete Beethoven das zweite seiner drei Trios für Klavier, Harfe und Bratsche, s. Brief 1427 . Der Ausgabe (bei Ferdinando Artaria in Mailand) ist ein gedruckter Widmungsbrief vorangestellt (Brief 1427).