Ue
Beethoven-Haus Bonn Hilfe
schließen ×

Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1451. Beethoven an Franz Brentano in Frankfurt

Vien am 20ten decemb. 1821

Edler Mann!

Ich erwarte noch einen Brief, was die Meße Betrift,1 den ich ihnen zur Einsicht in die ganze Angelegenheit sogleich mittheilen werde, auf jeden Fall wird das Honorar an Sie selbst angewiesen werden, wo Sie alsdenn selbst mich gütigst sogleich von <ihrer>meiner Schuld an Sie2 entledigen können, mein Dank wird unbegrenzt immer gegen Sie seyn – ich war vorlaut ohne anzufragen, indem ich ihrer Tochter Maxe ein<e> werk von mir widmete,3 mögten Sie dieses als ein Zeichen meiner immerwährenden Ergebenheit für Sie u. ihre ganze Famil[i]e aufnehmen – geben Sie aber dieser Dedikation keine üble Deutung auf irgend ein Intereße oder gar auf eine Belohnung – dies Würde mich sehr kränken, Es gibt ja wohl noch edlere Beweggründe, denen man d.g. zuschreiben kann, wenn man schon durchaus Ursachen finden wollte –
das Neue Jahr ist im Eintreten begriffen, möge es ihnen alle ihre wünsche erfüllen, u. ihre Freude tägl. als Haußvater an ihren Kindern vermehren, ich umarme Sie von Herzen, u. bitte mich noch ihrer ausgezeichneten einzig herrlichen Toni4 zu emphelen. –

Euer wohlgebohrn HochachtungsVoll verharrender
Beethoven

Es sind mir schon von hier u. auswärts 200 # in Gold für die Meße gebothen, ich glaube aber 100 fl. c.m. darüber noch vieleicht zu erhalten,5 hierüber erwarte ich von auswärts nur noch ein schreiben, welches ich ihnen sogleich mittheilen werde, man könnte alsdenn die sache Simrock vorstellen, der doch nicht verlangen wird, daß ich so viel verliere, bis dahin gedulden sie sich gefälligst, u. glauben sie ja nicht, daß sie gegen einen unwürdigen großmüthig sich gezeigt haben.

An Seine Wohlgebohrn H.[errn] Franz v. Brentano Senator in Frankfurt (am Mayn)



1 Beethoven stand mit Adolph Martin Schlesinger in Verhandlung.

2 Brentano hatte Beethoven einen Vorschuß auf das Honorar für die Messe gezahlt.

3 Op. 109. Die Sonate war im November 1821 bei A.M. Schlesinger erschienen, s. auch Beethovens Widmungsbrief an Maximiliane Brentano vom 6.12.1821, Brief 1449 .

4 Antonie Brentano.

5 Von einem solchen Angebot eines Wiener Verlegers für die Missa solemnis ist nichts bekannt. Daß aber auch in Wien Verlagsverhandlungen geführt wurden, geht aus den Konversationsheften hervor, vgl. Brief 1462 Anm. 12 . A.M. Schlesinger aus Berlin war mit dem genannten Honorar einverstanden, verlangte jedoch eine weitere Abschrift und einen Klavierauszug. In Brief 1450 forderte Beethoven hierfür zusätzlich 100 Gulden Konventionsmünze.


© 1998 G. Henle Verlag, München