Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
1466. Beethoven an Franz Brentano in Frankfurt
Vien am 19ten May – 1822
1 Op. 123.
2 Dieses Versprechen hat Beethoven nicht eingehalten.
3 Es ist möglich, daß Beethoven dem Erzherzog anläßlich der Inthronisation Anfang März 1820 einen Teil der Messe überreicht hat, s. BKh 1, S. 331 (Bericht des Kopisten Schlemmer). Doch ausweislich der Entwürfe in dem Skizzenbuch Artaria 201 (Berlin, Staatsbibliothek) arbeitete er noch im Frühjahr 1822 am Agnus (Dona nobis pacem). Gegen Ende 1822 nahm er an dem Werk noch eine Revision vor. Eine vollständige Partiturabschrift erhielt der Erzherzog erst am 19.3.1823. Von Stimmenabschriften zu dieser Zeit ist nichts bekannt. Die Stimmen für die erste Teilaufführung in Wien (7.5.1824) wurden erst im März 1824 hergestellt.
4 Beethoven gab möglicherweise um diese Zeit die erste vollständige Partiturabschrift der Messe in Auftrag (Wien, Gesellschaft der Musikfreunde, A 21). Sie wurde noch vor den Revisionen fertiggestellt, die Beethoven Ende 1822 vornahm, und anschließend entsprechend korrigiert.
5 100 Louisdor. Simrock hatte das Geld seit Oktober 1820 bei seinem Geschäftsfreund Heinrich Verhuven in Frankfurt deponiert und ihn angewiesen, es bei Übergabe des Manuskripts an Brentano auszuzahlen, s. u.a. Brief 1417 vom 12.11.1820, Brief 1464 vom 13.5.1822 und Brief 1467 vom 29.5.1822.
6 Beethoven verhandelte zur Zeit noch mit A.M. Schlesinger, C.F. Peters, Artaria und Steiner.
7 Beethoven hatte 100 Schild-Louisdor verlangt. Simrock wollte den Betrag jedoch nur in Friedrichsdor auszahlen, die einen geringeren Wert besaßen, s. u.a. Brief 1417 .
8 Der Brief ist eine indirekte Antwort auf Simrocks Schreiben vom 13.5.1822 (Brief 1464). Wahrscheinlich hat Brentano eine Abschrift an Simrock geschickt, vgl. Brief 1467 .