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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1482. Ferdinand Piringer an Beethoven in Döbling

[Wien, 25. Juli 1822]

Domine Generalissime1 !

Victoria in Döbling – Frische Truppen rücken an! – Die Großhändler, Gebrüder Meisl in der Rauhensteingasse im eignen Hause 2ter Stock haben vom Hrn Peters in Leipzig den Auftrag erhalten dem Herrn Ludwig van Beethoven einige hundert Gulden auszuzahlen.2
Ich eile mit Degens Flügeln, diese frohe Nachricht Illustrissimo sogleich mitzutheilen. – Heute ist der erste traurige Tag im Wiener Kalender, weil gestern die lezte italienische Oper war.3
Mit der größten Hochachtung Illustrissimi Generalissimi humillimus servus
Ferd. Piringer mp
25.VII.22.



1 Beethoven führte im Freundeskreis der Verlagshandlung S.A. Steiner und Comp. den Beinamen " Generalissimus" .

2 Es handelt sich um einen Honorarvorschuß von 300 Gulden für drei Lieder, vier Märsche und eine noch nicht bestimmte Zahl von Bagatellen für Klavier, vgl. Brief 1480 und 1483 .

3 Die letzte Vorstellung der von Rossini angeführten italienischen Operncompagnie fand am 23.7.1822 im Kärntnertortheater statt, s. die Ankündigung in der Wiener Zeitung Nr. 160 vom 15.7.1822, S. 640. Es wurde Rossinis Corradino, ossia: Bellezza e cuor di ferro gegeben. Über die Aufführung heißt es in der AMZ 24 (1822), Sp. 585f.: "Da ging es denn in der That voll und toll genug zu; als ob die ganze Versammlung von der Tarantel gestochen wäre, glich die ganze Vorstellung einer Vergötterung; das Lärmen, Jubeln, Jauchzen, viva und fora Brüllen nahm kein Ende; David allein musste, wenn ich nicht irre, zehn oder eilfmal erscheinen, seine anstrengende Scene, so wie das grosse Septett im zweyten Acte wiederholen, tutta la compagnia ward einigemale in corpore und einzeln mit stürmischem Beyfall überschüttet" . Rossini war bereits am 22.7.1822 abgereist, Giovanni David am 24.7.1822, s. Wiener Zeitung Nr. 169 vom 25.7.1822, S.675 und Nr. 170 vom 26.7.1822, S. 679.


© 1998 G. Henle Verlag, München