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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1506. Katharina Sigl1 an Anton Felix Schindler

[München, etwa Ende Oktober 1822]2

Lieber Herr Schindler

wollen Sie wohl die Güte haben, Herr von Bethoven zu bitten, ob, wen er die Güte hat, mir eine Arie zu schreiben. vielleicht mit Violoncell oblig at, weil mein Bruder3 selbst spielt – wen Sie glauben so werde ich an Bethoven selbst schreiben Ich bette Ihn an; und bin auch ein wenig verliebt – –
Wer könnte es nicht seyn, wie beneide ich Sie, immer um den Gott seyn zu können –
Mein Vater4 und mein Bruder lassen Sich Ihnen vielmal Empfehlen.
Schreiben Sie mir recht bald –

Ihre Freundinn
Katharina.
adrese
meinen Namen
logirt auf dem Max Joseph Platz No 40.



1 Katharina Sigl(-Vespermann) (1802 – 1877), Sopranistin, Sängerin an der Hofoper in München. Sie war im Sommer 1822 zu Gastrollen nach Wien verpflichtet worden, wo sie u.a. in den Partien der Königin der Nacht, der Donna Elvira und der Almenaide (Rossini, Tancred) exzellierte. Sie wurde durch Schindler bei Beethoven eingeführt, s. Brief 1514 vom 4.12.1822.

2 Der Brief wurde anscheinend bald nach der Rückkehr Katharina Sigls nach München etwa Ende Oktober 1822 geschrieben. Aus Wien reiste sie am 21.10.1822 ab, s. Wiener Zeitung Nr. 245 vom 23.10.1822, S. 979.

3 Entweder Eduard Sigl (1810 – 1882), der zunächst als Cellist, später aber als Sänger (Baß) tätig war, oder dessen jüngerer Bruder Ignaz (um 1812 – 1863), seit 1824 in den königlich bayerischen Hofkalendern als Cellist aufgeführt.

4 Ignaz Sigl d.Ä., königlich bayerischer Kammermusiker in München. Er hatte Tochter und Sohn nach Wien begleitet.


© 1998 G. Henle Verlag, München