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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1514. Katharina Sigl an Anton Felix Schindler

München den 4ten Decemb. [1822]1

Lieber Freund.

Schon längst wollte ich mir die Freyheit nehmen, Ihnen auf Ihren so sehr lieben Brief zu antworten,2 Wie vielen Dank bin Ich Ihnen schuldig –
Sie waren der gute Engel, der mich bey den Göttlichen Himmlischen Beth oven aufhörte3 , dieselbe Stunde wo wir da waren; ist eine meiner Glüklichsten Merkwürdigsten in meinen ganzen Leben –
Auch bin Ich sehr stolz darauf, einen Solchen Meister zu kennen, und wie werde ich hier beneidet von seine Anbeter – Hätte Ich nicht das Glük gehabt, meinen Lieben Göttlichen Bethoven kennen zu lernen – Ich hätte mich wirklich Unglüklich gefühlt – Und jetzt erst die Ehre, von Ihm eine Arie zu bekomen, bin ich 3mal stolz darauf. Und ich weis[,] alles nur Ihnen habe ich zu verdanken[.]
Lieber Freund hier sind beynah gar keine Dichter, wo ich es nur wagen könte an Bethoven, einen Solchen Text zu schiken. Wen Sie vielleicht in Wien, einen Text vielleicht aus einer Oper von Bethoven, wüßten; Sie würden mich zu Ihrer ewigen Schuldnerin machen. Ich vertraue auf Sie – Es wurde erst kürzlich eine Simphonie von Beth oven gemacht, die im[?] Konzert gefiel außerordentlich wie es sein muß, ich weinte vor Freude –
Lieber Herr von Schindler, wie sehr habe ich bedauert daß ich nicht mehr das Vergnügen hatte Sie Ihn Wien zu sehen – Leben Sie recht wohl. und Schreiben Sie mir recht bald; Empfehlen Sie mich Herr von Bethoven untherthänigst; Ich wage es nicht an Ihn zu Schreiben[.] Ich verbleibe mit aller Hochacht[ung]*

Ihre Freundinn
Katharina Sig[l]*
Herrn Herrn Anton von Schindler Musik Direktor beym Theater an der JosephStadt.
Wien
durch allerhöchste Güte



1 Die Jahreszahl ist von Schindler mit dunkler Tinte ergänzt.

2 Dieses Schreiben, vermutlich eine Antwort auf Brief 1506 , ist nicht erhalten.

3 Recte: "einführte"; Katharina Sigl hielt sich vom 23.7. bis zum 9.9. und nach einer Tournee nach Pest wieder vom 16.10. bis 21.10.1822 in Wien auf, s. Wiener Zeitung Nr. 169 vom 25.7.1822, S. 675; Nr. 210 vom 12.9.1822, S. 839; Nr. 241 vom 18.10.1822, S. 963; Nr. 245 vom 23.10.1822, S. 979.


© 1998 G. Henle Verlag, München