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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1519. Beethoven an Anton Diabelli

[Wien, wohl Dezember 1822]1

lieber diabelli !

Ich habe gestern nachgesehen, u. sie können noch heute zu den 5 Bagatelle[n], welche sie gesehn, <noch>auch die 6te haben,2 indem ich wirklich genug vorräthig habe, um statt diesen andere zu schicken3 – <Sie sin[?]>
das Honorar wäre 50 # , Es ist dieselbe Summe , die doch auch dort für 6 d.g. erhalte4
wenn ihnen dieses Recht ist, so können sie selbe noch heute alle erhalten.

in Eil der Ihrige
Beethoven
Für Seine wohlgebohrn5 H.[errn] v. Diabelli



1 Das vorliegende Schreiben ist mit Brief 1516 vom 20.12.1822 in Zusammenhang zu sehen. Beethoven sucht die ursprünglich für Peters bestimmten Bagatellen op. 119 Nr. 1 – 6 zu einem etwas höheren Preis an Diabelli zu verkaufen und will Peters mit anderen Stücken abfinden.

2 Offenbar die Bagatellen Nr. 1 – 6 aus op. 119. Das Autograph hat Beethoven mit "Kleinigkeiten 1822 Novemb. " bezeichnet (Berlin, Staatsbibliothek, Artaria 199). Die ersten fünf Stücke sind viele Jahre früher zu unterschiedlichen Zeiten entstanden und wurden lediglich im November 1822 zusammengestellt und nochmals ausgeschrieben. Die Bagatelle op. 119 Nr. 6 ist anscheinend im Dezember 1822 neu hinzukomponiert worden.

3 Vgl. Brief 1512 , besonders Anm. 4.

4 Beethoven hatte mit Peters ein Honorar von acht Dukaten pro Bagatelle vereinbart, s. Brief 1478 vom 6.7.1822, s. auch Brief 1516 .

5 Die letzten drei Buchstaben sind sehr flüchtig geschrieben.


© 1998 G. Henle Verlag, München