Ue
Beethoven-Haus Bonn Hilfe
schließen ×

Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1520. Beethoven an Johann van Beethoven

[Wien, Ende 1822]1

Lieber Bruder!

Ich ersuche dich diesen Vormittag zu mir zu kommen, da ich nothwendig mit dir zu reden – wozu dieses Betragen? wozu soll es führen? ich habe nichts wider dich, ich meße dir nicht die Schuld bey, was die Wohnung betrift, dein Wille war gut, u. Es war ja auch selbst mein wunsch, daß wir näher zusammen seyn sollten, das Übel ist nun einmal auf allem Seiten in diesem Hause da, du willst aber von allem nichs wissen, was soll man hiezu sagen? – welch Liebloses Betragen, nachdem ich in eine so große Verlegenheit gerathen bin – Ich bitte dich noch einmal zu mir, diesen Vormittag zu kommen, damit man sich über alles nöthige bespreche – laß nicht ein Band zerreißen, welches nicht anders als ersprießlich für unß beyde seyn kann – u. weswegen? um Nichtswürdiger Ursachen willen<?>!! –

ich umarme dich von Herzen u. bin wie immer dein treuer Bruder

ludwig .

Für Seine Wohl[g]ebohrn H. Johann van Beethoven



1 Der Brief wurde vermutlich im November 1822 bald nach Beethovens Einzug in seine neue Wohnung in der Vorstadt Windmühle Nr. 60, Obere Pfarrgasse, geschrieben. Die Wohnung behagte ihm nicht und wies verschiedene Mängel auf, insbesondere einen defekten Ofen, der die Zimmer verräucherte, vgl. BKh 2, S. 284, Bl. 10v, und S. 289, Bl. 19r (Anfang November 1822) und den ausführlichen Brief an Schindler vom 2.7.1823 (Brief 1686).

2 Johann Chrysostomus Sporschil (1800 – 1863) studierte in Wien Jura. Nach Abschluß seines Studiums, 1823, schlug er eine schriftstellerische Laufbahn ein. 1827 ging er nach Leipzig und später nach Braunschweig, wo er als Redakteur an der "Deutschen Nationalzeitung" tätig war. 1833 kehrte er nach Leipzig und schließlich 1858 nach Wien zurück. Sporschil schrieb für Beethoven das Opernlibretto Die Apotheose im Tempel des Jupiter Ammon (Manuskript in Berlin, Staatsbibliothek, aut. 37,30), in dem die Musik aus dem Festspiel Die Weihe des Hauses neue Verwendung finden sollte. Von ihm stammt auch das Konzept zu einer dreiaktigen Oper Wladimir der Große, das sich in Beethovens Nachlaß erhalten hat (Berlin, Staatsbibliothek, aut. 37,40). Seine Eintragungen im vorliegenden Brief beziehen sich wohl auf den Ofen in Beethovens Wohnung und die Maßnahmen, mit denen man den Hauswirt zur Behebung des Schadens zwingen wollte.


© 1998 G. Henle Verlag, München