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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1566. Johann van Beethoven an Artaria & Comp.

Am 11ten Febr 1823

Herrn von Artaria berühmte Kunsthändler allhier!

Unterzeichneter ersucht hiemit Euer Wohlgeboren dem Hrn. v. Paccini in Paris anzuzeigen, daß ich so lang ich keine Antwort von London1 habe, weder die 500 Frank annehmen kann, noch ihm die begehrte 2 Werke schicken,2 so bald aber eine Antwort von London gekommen ist, dann werde ich ihm allsogleich schreiben. Wir sind fest entschlossen kein einziges Werk mehr heraus zu geben, wenn es nicht zugleich in 3 Reichen verkauft werden kann, nämlich in Wien für ganz Oestreich und das ganze übrige Deutschland, in London für ganz England, in Paris für ganz Frankreich, dieser wegen habe ich auch Hrn. v. Paccini so sehr billige Preise gemacht,3 so wird es allen andern auch gemacht.
Genehmigen E. W. die Versicherung meiner Hochachtung mit der ich bin Dero Ergbst
Johann v Beethoven , Gutsbesitzer.



1 Gemeint ist der Verleger Thomas Boosey in London, wie aus Brief 1549 zu erschließen ist. Johann van Beethoven hatte ihm in einem nicht erhaltenen Schreiben dieselben Werke wie Pacini (Brief 1518 vom 27.12.1822) angeboten.

2 Pacini hatte zu dem genannten Preis das Trio WoO 28 und die Bagatellen op. 119 Nr. 1 – 6 kaufen wollen. Seine Antwort auf Brief 1518 war etwa am 7.2.1823 in Wien eingetroffen (nicht erhalten) und war nicht direkt an Johann van Beethoven, sondern an Artaria gerichtet, s. BKh 3, S. 26 und S. 60.

3 Johann van Beethoven hatte für das Trio 20 und für die Bagatellen 15 Louisdor verlangt (s. Brief 1518), das waren umgerechnet etwa 164 bzw. 123 Francs. In seinem Brief vom 5.5.1823 (Brief 1644) setzte Beethoven den Preis wesentlich niedriger an.


© 1998 G. Henle Verlag, München