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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1569. Beethoven an Joseph Uibel1

[Wien, 11. Februar 1823]2

Euer Wohlgebohrn!

Es war gar nicht nöthig, daß H.[err] L.[ind] Es wollte auf Klagen ankommen laßen, da ich nie seine Forderungen gelaügnet habe, daß mein Bruder3 die Rechnung in Manchem Betracht wohl übertrieben gefunden, wenn auch frühere viel Theuere Zeiten gewesen,4 ist wahr, jedoch nahm Hr. lind zulezt meine Einladung an, seinen Commis zu meinem Bruder zu schicken, worauf ich immer gewartet habe, nun aber, da ich sehe, daß er Hr. L. sich an mir unschuldigem rächen will, so, wie es früher mein wunsch war, daß diese Angelegenh. beendigt werde, werde ich morgen unverzügl. die Rechn. abmachen –

Mit Hochachtung Euer Wohlgebohrn Ergebenster
Beethoven
Für Seine Wohlgebohrn Hr. Dr. Uibel



1 Joseph Uibel (um 1776 – 1851), Hof- und Gerichtsadvokat, wohnhaft in der Inneren Stadt, Renngasse Nr. 153, s. HSS 1823, I, S. 704.

2 Beethoven hatte am 10.2.1823 auf eine seiner Bankaktien 800 Gulden Konventionsmünze zu 10 Prozent Zinsen aufnehmen lassen. Das Geld war bei seinem Anwalt, Dr. Bach, deponiert, und es war eine Bedenkzeit von einem Tag ausgemacht, s. BKh 3, S. 39 (Bl. 9v – 11r). Beethoven benachrichtigte daraufhin den Schneider Lind, daß er die offenstehende Rechnung am Mittwoch Nachmittag, d.h. am 12.2.1823 bezahlen wolle (Brief 1565). Der vorliegende Brief dürfte einen Tag zuvor, am 11.2.1823 geschrieben worden sein.

3 Johann van Beethoven.

4 Die Forderungen des Schneiders lagen demnach wohl mehrere Jahre zurück, bevor sich die österreichische Währung 1819/20 konsolidierte.


© 1998 G. Henle Verlag, München