Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
1570. Beethoven an Carl Friedrich Peters in Leipzig
Vien am 15ten Februar [1823]1
1 Die Jahreszahl ist aus inneren Gründen zu erschließen. Aus dem Registraturvermerk sowie aus Brief 1575 ist zu entnehmen, daß das vorliegende Schreiben erst am 20.2.1823 zusammen mit Brief 1575 und den erwähnten Musikalien abgeschickt wurde.
2 In der Korrespondenz von Beethoven mit Peters sind keine näheren Angaben zu diesem Trauerfall enthalten. Peters hatte jedoch am 15.1.1823 an Sauer & Leidesdorf in Wien geschrieben: "Sie werden sich wundern, daß ich sie so lange ohne Antwort gelassen habe, allein ein seltnes Unglück hat mich betroffen, und mich auf einige Wochen völlig untüchtig zu allen Geschäften gemacht [...] Binnen 10. Tagen raubte mir nehmlich der Tod mein ganz herrliches Weib, einen jungen Sohn und unsre teuerste Freundin meine Schwiegermutter" , Leipzig, Sächsisches Staatsarchiv (Musikverlag C.F. Peters Leipzig, Kopierbuch V, 1811 – 1823).
3 8.2.1823.
4 Op. 121b, op. 122 und op. 128.
5 Op. 119 Nr. 1 – 6.
6 WoO 20, wie aus Brief 1575 zu schließen ist.
7 Die genannten Musikalien sollten von der Großhandlung Gebrüder Meißl expediert werden, s. Brief 1560 .
8 Beethoven hatte zugesagt, die Werke bis Mitte August 1822 abzuliefern, und das Honorar dafür bereits in Empfang genommen, s. Brief 1487 vom 3.8.1822. Danach hatte er Peters fortwährend vertröstet.
9 WoO 18 und WoO 19.
10 WoO 24.
11 Aus Brief 1575 geht hervor, daß die Post versäumt wurde.
12 Eine frühe Fassung des Opferliedes op. 121b.
13 Eine frühe Fassung des Bundesliedes op. 122.
14 Op. 128.
15 Gemeint ist die "reitende Post", die zweimal wöchentlich, mittwochs und samstags, nach Sachsen ging. Der 15.2.1823 fiel auf einen Samstag. Die "fahrende Post" (Diligence) nach Sachsen und Preußen ging 1823 freitags ab.
16 Peters war seit Beginn seiner Verbindung mit Beethoven an einem Klavierquartett interessiert. Dagegen suchte Beethoven ihn für ein Streichquartett zu gewinnen, s. u.a. die Briefe 1465 vom 18.5.1822 und 1468 vom 5.6.1822.
17 Beethoven hatte Peters ursprünglich die Missa solemnis zugesagt, s. Brief 1473 vom 26.6.1822. Im Winter 1822/23 faßte er dann den Plan, noch zwei weitere Messen zu komponieren, mit denen er die verschiedenen Interessenten für die Missa solemnis abfinden wollte, vgl. die Briefe 1575 und 1607 .
18 Peters sollte ursprünglich nur vier Bagatellen erhalten, s. Brief 1487 vom 3.8.1822.
19 Beethovens nächstes Schreiben datiert nicht vom Mittwoch, dem 19.2.1823, sondern vom darauffolgenden Tage (Brief 1575).